Erschreckend real

“Deepwater Horizon“: Verfilmung einer Katastrophe

Im April 2010 explodierte eine Bohrinsel im Golf von Mexiko. Die damalige Umweltkatastrophe wurde nun erschreckend realitätsnah verfilmt. In der Hauptrolle: Mark Wahlberg. 

Seit April 2010 verbindet man mit „Deepwater Horizon“ eine gigantische Umweltkatastrophe. Die Ölbohranlage im Golf von Mexiko müsste renoviert werden, doch der BP-Vertreter auf der Bohrinsel, den John Malkovich wunderbar fies, dabei aber wohltuend vielschichtig spielt, verlangt Förderrekorde. Es kommt zum „Blowout“, Explosionen sind die Folge. Schließlich steht die Plattform in Flammen. 130 Männer sind darin eingeschlossen. Millionen Tonnen Erdöl strömen ins Meer. Tagelang. Wochenlang.

Peter Berg setzte bei seiner Inszenierung der Tragödie auf größtmöglichen Realismus – in den engen Grenzen des Action-Blockbusters. Manche Dialogzeile scheint daher ein wenig überdramatisiert, manche Einstellung bewusst effektvoll arrangiert. Trotzdem bemerkt man die Ernsthaftigkeit, mit der Berg an die heikle Geschichte heranging. Kamera und visuelle Effekte werden garantiert für einen Oscar nominiert werden. Die Wirkung der subtil dosierten Tricks ist beängstigend wirklichkeitsnah. Vor allem aber stellt Berg die hervorragenden Darsteller in den Mittelpunkt.

„Deepwater Horizon“

mit Mark Wahlberg, Kurt Russell

Regie: Peter Berg

Laufzeit: 107 Minuten

Sehenswert ((((;

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie mögen, dass es überall knallt und explodiert.

ulf

Rubriklistenbild: © David Lee/studiocanal/dpa

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