Neues aus dem Hary-Potter-Kosmos

Filmtipp der Woche: „Phantastische Tierwesen“

Mit dem neuen Streifen aus der Harry-Potter-Welt beweist Erfolgsautorin J.K. Rowling, dass sie nicht nur Romane, sondern auch Drehbücher schreiben kann. Auf jeden Fall unser Filmtipp der Woche.

Es müsste schon ein besonders fieser Magier dahinterstecken, wenn diese Zauberformel nicht aufginge. J. K. Rowling gibt ihr Debüt als Drehbuchautorin – und hat gleich fast die ganze „Harry Potter“-Erfolgstruppe gebucht, damit die Galleonen in der Kasse klingeln. Von Regisseur David Yates, der vier „Harry Potter“-Blockbuster inszenierte, über die Produzenten David Heyman, Steve Kloves und Lionel Wigram bis zum Oscar-prämierten Tim Burke, Meister der Visuellen Effekte, und seinem Kollegen Christian Manz. Das größte (freilich auch niedlichste, so viel Oberflächlichkeit darf sein) Kaninchen, das sie aus dem Hut zaubern kann, ist jedoch Eddie Redmayne. Der Oscar-Preisträger („The danish Girl“) ist die Idealbesetzung für den Magizoologen Newt Scamander, der sich der Erforschung magischer Geschöpfe verschrieben hat.

Dieser leicht verhuschte junge Mann mit den zarten Gesichtszügen, den sanften Augen, den verstrubbelten Haaren will nur Eines: die fantastischen Tierwesen vor dem Aussterben schützen. Es muss Burke und Manz eine diebische Freude gewesen sein, die fliegenden, kriechenden, schlängelnden und herumstampfenden Arten zu animieren. Die Vorgaben hat Rowling längst geliefert: mit dem Hogwarts-Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Besonders allerliebst der Niffler. Das schwarze Wühltier, das gern alles klaut, was glitzert, wird fraglos der Publikumsliebling der neuen, auf fünf Teile angelegten Fantasy-Reihe. Großartig die Szene, in der Scamander – mit leicht genervtem, gleichzeitig von liebevoller Geduld geprägtem Gesichtsausdruck – ihn auf den Kopf stellt und seine kleinen Pfötchen kitzelt, um auch den letzten Diamanten aus dem Beutelchen des Nifflers purzeln zu lassen. Das ist VFX-Technik erster Klasse.

Einfach zauberhaft

Überhaupt geht es in diesem Spin-Off zur Potter-Reihe genauso zauberhaft zu, wie wir es von Rowling kennen. Ein paar Unterschiede gibt’s freilich schon: Teil eins spielt in New York; die Muggels heißen hier No-Majs, eine Beziehung zwischen Zauberern und Nicht-Zauberern ist verboten; und wenn es magisch wird, ertönt Swingmusik (verantwortlich dafür ein weiterer Erfolgsgarant: Komponist James Newton Howard).

Es ist das Jahr 1926. Etwas Geheimnisvolles streift durch die Straßen und droht die Gemeinschaft der Zauberer an die Zweiten Salemer zu verraten, eine Gruppe von No-Majs, die die magische Welt vernichten wollen. Versehentlich lässt der No-Maj Jacob Kowalski (noch so ein liebenswertes weißes Kaninchen: Dan Fogler) einige der Tiere in der Stadt frei. Auf der Suche nach ihnen geraten er, Scamander, die Zauber-Schwestern Tina und Queenie mitten hinein in den von dunklen Mächten gesteuerten Kampf. Wie der tapsige Kowalski werden wir in die märchenhafte Zauberwelt hineingeworfen. Er ist es auch, der durch seine liebenswerte Naivität für die lustigen Momente sorgt, gerade weil er das alles nicht so recht fassen kann. Lakonisch stellt er fest: „Ich habe nicht das Hirn dazu, mir so etwas auszudenken“ – also muss es wahr sein. Rowling indes beweist mit diesem Film, dass sie nicht nur das Potenzial hat, gute Romane zu schreiben, sondern auch ebenbürtige Drehbücher.

„Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“

Mit Eddie Redmayne

Regie: David Yates

Laufzeit: 133 Minuten

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie die „Harry Potter“-Filme mochten.

Rubriklistenbild: © Jaap Buitendijk/Warner Bros./dpa

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