Lebensecht animiert: Der fröhliche Kater Findus schaut aus wie in der Buchvorlage – und auch sonst entspricht die Verfilmung den Vorstellungen des Autors Sven Nordqvist. Foto: Verleih

Kindergeschichte im Kino

„Pettersson und Findus“: Nicht nur zur Weihnachtszeit wunderschön

München - Bis zum Weihnachtsabend ist es zwar noch etwas hin, Petterson und sein Kater Findus verbreiten aber jetzt schon wunderbar heimelige Weihnachtsstimmung, der man sich nur schwer entziehen kann.

Sven Nordqvist hat den Film persönlich abgesegnet – und das merkt man. Wie zauberhaft, wie fantasiereich, wie liebevoll Regisseur Ali Samadi Ahadi diese zu Herzen gehende Geschichte arrangiert hat – das entspricht ganz der Vorlage von Kinderbuch-Erfolgsautor Nordqvist.

Eigentlich kommt diese nunmehr zweite „Pettersson und Findus“-Verfilmung von Ahadi ja etwas zu früh. Bis zum Heiligen Abend sind es schließlich noch ein paar Wochen hin. Aber um Weihnachten geht es auch nur zweitrangig. Tatsächlich nutzen Nordqvist und (in der Drehbuchbearbeitung des Stoffes) Thomas Springer das Fest zur Geburt Christi als Ausgangspunkt für eine zu jeder Jahreszeit gültigen Botschaft: wie wichtig es ist, Hilfe anderer anzunehmen. Und bereit zu sein, auch selbst einzustehen für andere in Not.

Nun gibt es dererlei Weihnachtsmärchen viele. Dieses hier funktioniert zunächst einmal vor allem durch den lebensecht animierten Kater Findus, dessen Stimme Ahadis 13-jährige Tochter Roxana wunderbar natürlich spricht. Das Animationsstudio Chimney hat das Kleinkindschema der Originalfigur zum Leben erweckt – und auch die Mucklas, die heimlich die Zutaten für die Weihnachtsbäckerei mopsen und unterirdisch ihr eigenes Fest feiern, sind ganz so wie in der Buchvorlage. Immer wieder wuseln sie unerwartet durchs Bild; in jeder Ecke der Kinoleinwand gibt es etwas zu entdecken. Und dann natürlich: die „echten“ Schauspieler. Stefan Kurt überzeugt als eigenbrötlerischer Pettersson, der in seiner Gutmütigkeit Findus keinen Wunsch abschlagen kann. Und wer wenn nicht Marianne Sägebrecht, könnte besser die Nachbarin Beda spielen, der es keine Ruhe lässt, den alten Pettersson mit seinem gebrochenen Fuß allein den Heiligen Abend feiern zu lassen. Und hatte sich nicht Findus das schönste Weihnachtsfest überhaupt gewünscht? Das Bezaubernde ist ja, dass der zwar ein aufgeweckter frecher Kater ist – dabei aber nie über das Ziel hinausschießt und seinem Opa-Ersatz immer mit Respekt begegnet. Seine großen Augen glitzern vor Freude über die kleinsten Dinge. Findus und Pettersson gehen voller gegenseitiger Wertschätzung miteinander um. Eine Wohltat.

Dazu glitzernde Schneelandschaften, wie man sie sich nur wünschen kann, muntere Musik zum Mitsingen und ein fröhliches Happy End – spätestens nach diesem Film können nicht nur die kleinen Zuschauer es kaum mehr abwarten, dass es endlich losgeht mit der Vorweihnachtszeit.

„Pettersson und Findus – das schönste Weihnachtsfest überhaupt“

mit Stefan Kurt

Regie: Ali Samadi Ahadi

Laufzeit: 88 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen und Ihren Kindern gefallen, wenn Sie „Pettersson und Findus – kleiner Quälgeist, große Freundschaft“ mochten.

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