Bewegend und ehrlich

Filmkritik zur Doku "Schnee von gestern"

München - Eine bewegende und ehrliche Dokumentation ist der Isrealin Yael Reuveny mit "Schnee von gestern" gelungen.

Familien sind manchmal seltsam. Oft fügen Erbgut oder Heirat etwas zusammen, das gar nicht zusammenpasst. Im Fall der Israelin Yael Reuveny entzweite dagegen die Außenwelt eine Familie auch innerlich. Reuvenys Großmutter und deren Bruder Feiv’ke verstanden sich prächtig. Die Shoah riss die beiden auseinander, bis sie glaubten, der jeweils andere sei tot. Doch während seine Schwester nach Israel auswanderte, lebte Feiv’ke im Land der Täter als Peter Schwarz. Als dies bekannt wurde, wanderte die äußere Trennung nach innen.

In ihrer bewegend ehrlichen Dokumentation verbindet Reuveny geschickt das Individuelle mit dem Allgemeinen. Der Umstand, der die Familie spaltete, hat auch mit der Kluft zwischen Deutschland und Israel zu tun. Ernsthaft und mit Humor kämpft die Filmemacherin für Versöhnung, ohne Brüche dabei zu übergehen. „Schnee von gestern“ lebt von Menschenliebe, Konfliktfähigkeit und der Bereitschaft zur Reflexion des eigenen Familienlebens.

kat

Rubriklistenbild: © snacktv

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