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Tom Hanks trifft perfekt das nach außen gefasste Auftreten des erfahrenen Piloten Chesley „Sully“ Sullenberger. Innerlich sah es bei Sully nach der Beinahe-Katastrophe anders aus – er litt unter den Ermittlungen, hatte nächtliche Albträume von Flugzeugabstürzen.

Mit Oscarpreistäger Tom Hanks

„Sully“: Ein wahrer Held

München - Clint Eastwoods „Sully“ dreht sich um die weniger bekannten Nachwehen des Flugdramas auf dem Hudson River.

Der US-Airways-Flug 1549 am 15. Januar 2009 soll eine gute Stunde dauern. Der Airbus mit 150 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern startet in New York. Doch schon nach wenigen Minuten passiert es. „Birds!“, ruft der Pilot. Mit voller Wucht prallen Wildgänse gegen die Maschine. Beide Triebwerke fallen aus, knapp 1000 Meter über dem Grund. Was sich in den nächsten 208 Sekunden abspielt, macht als „Wunder vom Hudson“ weltweit Schlagzeilen: Der damals 57-jährige Pilot Chesley „Sully“ Sullenberger landet die Maschine sicher auf dem eisigen Hudson-Fluss. Alle Passagiere werden gerettet.

Oscarpreisträger Clint Eastwood inszeniert daraus packende 96 Minuten, die weit über den Absturz hinausgehen. „Sully“ dreht sich um die weniger bekannten Nachwehen des Flugdramas: die monatelange Untersuchung der Flugsicherheitsbehörde und den Medienrummel um den als Helden gefeierten Piloten.

Mit grauen Haaren und getrimmtem Schnäuzer verwandelt sich Oscarpreisträger Tom Hanks in Sully. Er trifft perfekt das nach außen gefasste Auftreten des erfahrenen Piloten, der schon als Teenager das Fliegen lernte. Doch hinter der stoischen Fassade gibt es Turbulenzen. In nächtlichen Albträumen gleitet Sully mit dem Airbus durch die New Yorker Häuserschluchten und kracht in einen Wolkenkratzer. „Sully“ beruht auf der Autobiografie „Man muss kein Held sein“ des Piloten. Ein Tatsachendrama nach wahren Begebenheiten, so vermarktet Warner Bros. den Film. Natürlich nimmt sich Eastwood künstlerische Freiheiten heraus. Die Ermittler wirken wie böse Bürokraten, die dem Kapitän gleich nach seiner Heldentat einen Fehler nachweisen wollen. Tatsächlich zog sich die Untersuchung über 18 Monate hin.

So ruhig und routiniert wie der Pilot das defekte Flugzeug notlandet, so sachlich und trotzdem spannend inszeniert Clint Eastwood die Beinahe-Katastrophe. Dennoch: Zuschauer mit großer Flugangst sollten den Film besser meiden.

„Sully“

mit Tom Hanks

Regie: Clint Eastwood

Laufzeit: 96 Minuten

Sehenswert

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „Flight“ mochten.

Barbara Munker

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