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Was geschieht, wenn Sophies (Maria Bello) Kerze erlischt? 

81 Minuten Schrecken

Trailer zu „Lights out“: Verkeilt in der Depression

München - David F. Sandberg scheitert bei „Lights out“ an Hollywoods Regeln. Dick aufzutragen verhilft eben nicht jeder guten Story zum Erfolg.

Hollywood liefert einfach die gruseligsten Geschichten. Im Jahr 2013 drehte der Schwede David F. Sandberg den Kurzfilm „Lights out“ – einen simplen Mini-Schocker, grad zwei Minuten, 40 Sekunden lang: Eine Frau will zu Bett gehen. Aber wann immer sie das Licht ausmacht, kommt eine bedrohliche Gestalt näher und näher. Das Internet drückte kollektiv „Gefällt mir“. Die Klickzahlen brachten Sandberg die Chance, daraus in den USA einen Spielfilm zu spinnen. Freilich reichte es dafür nicht, den immer gleichen Schreckeffekt mit immer neuen Lichtquellen zu deklinieren – Neonröhren, Straßenlaternen, Handlampen, Kerzen, Handydisplays...

Um das Ganze in eine Geschichte zu kleiden, hatte Sandberg – selbst an klinischer Depression leidend und vom Suizid eines nahen Menschen betroffen – eine Idee: Es geht nun um eine Familie, die von einer Metapher heimgesucht wird. Denn das Monster steht in der Langfilm-Version für Depression. Jennifer Kents „The Babadook“ hat unlängst Ähnliches sehr stimmig umgesetzt. Aber das war in Australien. Bei „Lights out“ wollten die Produzenten doch mehr Popcorn-Horror. Und Sandberg ließ sich vom Spielplatz der technischen Möglichkeiten verführen, sodass sich die dick und explizit aufgetragene Symbolik schief verkeilt mit einem „The Ring“-Abklatsch über das Grusel-Geister-Mädchen Diana und ihre Herkunft. Soweit, so mittel.

Obacht, ab hier wird Wichtiges verraten! Sandbergs ursprüngliches Ende zeigte, dass sich die Familie nicht durch ein Opfer der von Depression/ Diana verfolgten Mutter retten lässt. Doch das Testpublikum wollte einen guten Ausgang. Woraufhin der Schluss gekappt wurde. Und nunmehr ein Film übrig ist, der sagt: Der Selbstmord einer depressionskranken Person befreit die Angehörigen endlich von der Belastung. Hurra! Sandberg findet das immerhin: Uuups! Und gelobt Abbitte in der Fortsetzung. Wenn ihn Produzenten und Testpublikum lassen...

„Lights out“

mit Teresa Palmer, Maria Bello Regie: David F. Sandberg Laufzeit: 81 Minuten

Erträglich

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie „The Grudge“ mochten.

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