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Eine schwangere Frau zwischen zwei Männern: Bridget Jones (Renée Zellweger).

Süßes geht immer

Unser Film der Woche: „Bridget Jones‘ Baby“

„Bridget Jones’ Baby“ ist wieder einmal ein köstliches Märchen für Erwachsene – mit Witz, Zoten und viel Romantik.

Sie ist wieder da! Die Frau, die allen Komplex-belasteten Damen dieser Welt Mut machen soll. Bridget Jones. Die von Männern begehrt wird, obwohl sie nicht ein vom Modebetrieb verordnetes Idealmaß hat. Die auf Partys noch die halb ausgetrunkenen Gläser leert, wenn kein frischer Wein verfügbar ist. Und die garantiert jeden Fettnapf findet, um sich hineinzuschmeißen wie ein trockenes Baguette.

Kennen wir alles schon? Im Prinzip ja. „Wie zum Teufel bin ich wieder hier gelandet?“ In der ersten Einstellung sehen wir Jones genau da, wo sie in den Teilen eins und zwei bereits herumgelungert ist: allein auf ihrem Sofa, Glas in der Hand, Muffin im Mund, zerzaustes Haar. Doch etwas ist neu. Renée Zellweger darf für ihren dritten Auftritt als liebenswerter Tollpatsch ihre Figur behalten. Anders als in den ersten beiden Filmen hat sie sich nicht ein Fettpolster angefuttert. Das hat freilich einen tieferen Sinn: Regisseurin Sharon Maguire wollte nach eigener Aussage zeigen, dass Bridget jetzt zwar alles hat, wonach sie sich immer gesehnt hat – tolle Figur, toller Job –, sich das davon erhoffte große Glück aber trotzdem nicht eingestellt hat. Und so darf die fröhliche Suche nach der Vervollkommnung ihres Glücks beginnen. Modernes Märchen ab: Kommet her, all ihr Prinzen!

Einer davon ist natürlich Mr. Mark Darcy (Colin Firth). Der darf diesmal nicht gegen Lieblings-Konkurrent Daniel Cleaver (zwei Mal herrlich gespielt von Hugh Grant) antreten, sondern gegen den Mann, der einem unweigerlich in den Sinn kommt, wenn man an den Traumprinzen 2.0 denkt. Aus „Grey’s Anatomy“ bekannter „Mc Dreamy“ Patrick Dempsey, realer Ken mit Perlweiß-Lächeln. Bridget ist schwanger, einer von den beiden Herren kommt als Vater in Frage, und schon sind wir wieder mittendrin im Kampf der Schwäne um das hässliche Entlein.

Unterlegt ist das wie immer mit einem grandios treibenden Soundtrack. Popsongs, die von Liebe erzählen, wie sie in diesem Filmmärchen Wirklichkeit wird. Denn genau das sind ja die Bridget-Jones-Filme: köstliche Ammenmärchen für Erwachsene, gespickt mit zotigen Sprüchen und witzigen Anspielungen, ummantelt von wärmender Romantik.

Teil eins und zwei behandelten ein paar der Probleme, mit denen sich moderne Frauen der westlichen Welt in ihren Endzwanzigern heute so herumschlagen. Nun, 15 Jahre nach „Schokolade zum Frühstück“ ist Bridget 43 Jahre alt. Im „Herbst meines Lebens“. Ihre Freundinnen nennen sie aufbauend „Cougar“ und „Milf“ (bitte nachschlagen, wenn unbekannt...) – Tatsache, Maguire gelingt, was ihr Anspruch war: diese im Jugendwahn oft vernachlässigte Lebensphase filmisch zu feiern. Mit (derbem) Witz (die besten Stellen ohne Frage die mit Emma Thompson als zynische Ärztin), liebenswerten Details, Liebeszauber und Einblendungen aus den ersten beiden Teilen. Das Herz mit Nostalgie erfüllt, lassen wir auch dieses filmische Schokostück auf der Zunge zergehen. Denn seien wir ehrlich: Süßes geht immer.

„Bridget Jones‘ Baby“

mit Renée Zellweger, Colin Firth Regie: Sharon Maguire

Laufzeit: 122 Minuten

Sehenswert

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