Apocalyptica nahmen sich auf dem Rockavaria 2016 viel Zeit. Die Fans fanden es gut.

Apocalyptica auf dem Rockavaria 2016

Zwischen Kaminfeuer und Kettensäge: Apokalyptisch gut!

München - Apocalyptica verbinden seit 20 Jahren lyrische Cello-Klänge mit hartem Rock. Auf dem Rockavaria 2016 erfreuten sie viele Fans mit alten Tugenden. Die Konzertkritik.

„Die spinnen, die Finnen!“, dachten sich viele Heavy-Metal-Fans vor 20 Jahren, als ein paar Studenten der Musikhochschule in Helsinki auf die verrückte Idee kamen, Metallica-Songs für Celli zu arrangieren. Inzwischen hat sich das ungläubige Kopfschütteln des Publikums längst in begeistertes Headbangen verwandelt – und die Virtuosen von Apocalyptica sind vom Geheimtipp zu internationalen Stars mutiert. Auf ihren bis dato acht Studioalben haben sich die findigen Finnen mit den flinken Fingern immer wieder neu erfunden.

Dass sie live nach wie vor eine Schau und eine Wucht sind, bewiesen sie mit ihrem energiegeladenen Auftritt bei Rockavaria: Da werden die langen Mähnen ebenso geschwungen wie die Instrumente, da wird ein Cello auch mal im Liegen gespielt, da entwickeln die verstärkten, verzerrten Celli eine verblüffende Härte und Intensität. Neben eigenen Songs, in denen auch Schlagzeuger Mikko Sirén und der neue Sänger Frankie Perez zeigen dürfen, was sie draufhaben, gibt es abgefahrene Coverversionen zu hören, bei denen Klassiker von Edvard Grieg („In der Halle des Bergkönigs“) bis Metallica durch den Cello-Wolf gedreht werden.

Dabei hat die Truppe den Mut, im riesigen Rund des Olympiastadions auch mal minutenlang zarte, leise, schöne Töne zu zelebrieren. So gelingt den Cello-Rockern eine geschickte Gratwanderung zwischen künstlerischem Anspruch und kommerzieller Anbiederei, zwischen Kaminfeuer-Melancholie und Kettensägen-Massaker – apokalyptisch gut!

Rockavaria 2016: Eindrücke vom ersten Tag

Rockavaria 2016: Eindrücke vom ersten Tag

Rockavaria 2016 im Ticker: So war Tag 1 im Olympiapark.

Marco Schmidt

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