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Hickhack um Eurovision Song Contest: Beide Seiten beschädigt

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Von: Rudolf Ogiermann

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Sänger Xavier Naidoo. Nun fährt er doch nicht zum ESC. © dpa

München - Sowohl Sänger Xavier Naidoo als auch der Sender NDR, der ihn im Alleingang zum ESC-Kandidaten bestimmt hat, leiden jetzt unter der Entscheidung, Naidoo doch nicht zu schicken. Ein Kommentar von Rudolf Ogiermann.

Norddeutscher Rundfunk – zero points! An dieser Metapher kommt man wohl nicht vorbei, wenn man sich das Hickhack um die Nominierung Xavier Naidoos als deutschem Teilnehmer für den nächsten ESC anschaut.

Nach diesem Wochenende der schrillen Töne sind beide Seiten beschädigt. Der Sänger, der trotz seiner teils extremen Positionen und Liedtexte in der Branche anerkannt war und sich nun als persona non grata fühlen muss. Und der Sender, der im Alleingang einen Kandidaten bestimmt hat, der, nur weil er hierzulande Erfolg hat, noch lange nicht der Richtige für den internationalen Wettbewerb sein muss.

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Zugegeben, die deutschen Vorentscheide der vergangenen Jahre haben nicht immer die Interpreten hervorgebracht, die beim Finale punkten konnten, dennoch waren die Castings stets Ereignisse, die die Bandbreite einheimischen musikalischen Schaffens dokumentiert und Talenten zur großen Bühne verholfen haben.

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MM-Autor Rudolf Ogiermann © fkn

Sich nun von der Wahl des aus deutscher Sicht besten Beitrags sang- und klanglos verabschieden zu wollen, zeugt von einem merkwürdigen Verständnis von Beteiligung des (zahlenden!) Zuschauers.

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