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Guter Auftritt, schlechte Platzierung: Claudia Koreck setzte mit „I wui, das du woaßt“ auf die Mundart.

Song-Contest: Sieg für Peter Fox

Berliner Sänger siegt beim „Bundesvision Song Contest“. Die Bayerin Claudia Koreck erreicht nur Platz 10. Für einen Eklat sorgte unterdessen ein Busengrapscher aus Baden-Württemberg.

Der Favorit deklassierte alle und holte den Sieg nach Berlin. Peter Fox hat mit seinem Rap „Schwarz zu Blau“ unangefochten den diesjährigen „Bundesvision Song Contest“ gewonnen.

„Der Song ist zeitgeistig, und Fox hat einen coolen Auftritt geliefert“, befand Entertainer Stefan Raab, Initiator und Moderator des am Freitagabend live aus Potsdam auf Pro Sieben übertragenen Länderwettstreits. Schließlich hatte Fox ein großes Orchester hinter Affenmasken samt wilder Mähne sowie fetzige Trommler mit auf die Bühne gebracht. Mit seiner ambivalenten „Liebeserklärung“ an seine Heimatstadt ließ der 37-Jährige den anderen 15 Bands nicht den Hauch einer Chance – auch nicht der Traunsteinerin Claudia Koreck, die mit ihrem Titel „I wui, dass du woaßt“ für Bayern Platz 10 belegte.

Fox, der bereits 2006 als Frontman der Band Seeed den Grand Prix der Bundesländer gewonnen hatte, siegte mit 174 Punkten. Dahinter platzierten sich die Sachsen mit Mitfavorit Polarkreis 18 und ihrem Popsong „The Colour Of Snow“ (131 Punkte) sowie die Heavy Metal-Band Rage, die für Nordrhein-Westfalen ins Rennen ging (112). Den Sieger bestimmten die Zuschauer per Telefon und SMS, wobei die Fans auch für den Beitrag des eigenen Bundeslandes stimmen konnten. Wie beim Eurovision Song Contest schaltete der Sender aus der Halle in die 16 Länder, die dann ihre Punkte für die Beiträge vergaben.

Bilder von Claudia Koreck

Die schöne Stimme Bayerns: Claudia Koreck

„Ich hatte die ersten fünf Plätze in der richtigen Reihenfolge getippt“, verriet Raab im Anschluss an die mehrstündige Show, die nach Senderangaben durchschnittlich 2,24 Millionen Zuschauer sahen. Dass Fox die fünfte Auflage des Wettbewerbs gewinnen würde, war schnell klar. Auch die rund 2000 Zuschauer in der Halle schienen nur auf den letzten Starter im Feld der Bundesländer gewartet zu haben. Kaum einen hielt es auf den Sitzen. In Potsdam, vor den Toren der Hauptstadt, hatte Fox quasi ein Heimspiel, obwohl – oder gerade weil – die Metropole („Guten Morgen Berlin, Du kannst so hässlich sein“) nicht wirklich gut wegkommt.

Raab wurde indes nicht müde, immer wieder die musikalische Bandbreite der Songs in dem Wettbewerb hervorzuheben, den er ursprünglich als Persiflage auf den Eurovision Song Contest ins Leben gerufen hatte. Während der Mundart-Soul von Claudia Koreck bei den Zuschauern offenbar nicht so gut ankam und auch für den schrillen Auftritt der bunt verkleideten Bremer Rapper „Flowin Immo et les Freaqz“ nur ein 11. Platz heraussprang, landete der Hamburger Olli Schulz mit dem Stimmungshit „Mach den Bibo“ auf Platz 5. Für den Brandenburger Lokalmatador Sven van Thom mit dem Rap „Jacqueline“ blieb dagegen nur der 9. Platz. Im Vorjahr hatte die Brandenburger Band Subway to Sally den Wettbewerb mit einem Punkt Vorsprung gewonnen.

Zu einem Eklat kam es bei der Bekanntgabe der Punkte aus Baden-Württemberg. Mit den Worten „Diese beiden Punkte bleiben bei mir“, griff Radiomoderator Hans Blomberg seiner Kollegin Susanka Bersin vor laufender Kamera an die Brust. Die revanchierte sich mit einer Ohrfeige.

Imke Hendrich

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