+

11000 Fans feiern und schunkeln

Kanada-Power: Nickelback rockt die Olympiahalle

München - Die kanadische Rockband  Nickelback sorgte am Freitagabend mit wuchtigen Gitarrenriffs und Chad Kroegers markanter Stimme für Stimmung in der Olympiahalle. 

Chad Kroeger muss kurz grinsen, bevor er feststellt: "Es ist ein guter Zeitpunkt, um in München zu sein." Klar, Wiesn. Für den Kanadier heißt das: "Bier, Fleisch, mehr Bier." Aber erst kommt die Arbeit. Mit seiner Band Nickelback darf Kroeger vor rund 11000 Fans in der Olympiahalle die Gitarre zum Scheppern bringen.

Wer hin und wieder Radio hört, kommt gar nicht vorbei an der kanadischen Rockband. Vor 15 Jahren liefen Nickelback mit "How You Remind Me" zum ersten Mal international in Dauerrotation. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Nachschub liefern die Rocker genug, sie haben ihr Rezept für radiotaugliche Hits gefunden und werfen den Ofen nur zu gerne immer wieder an. Raus kommt ein Ohrwurm nach dem anderen. Oder eben Weichspülerrock nach Schema F. Ansichtssache. Die 50 Millionen verkauften Tonträger sind jedenfalls nicht wegzudiskutieren.

Kroeger flucht auf der Bühne wie ein Rohrspatz  

Kroeger gibt sich in München dann auch reichlich Mühe, nicht als perfekter Schwiegersohn dazustehen, indem er auf der Bühne flucht wie ein Rohrspatz. Doch mit dem Bad-Boy-Image wird es wohl nichts mehr, dafür sind die Nickelback-Songs zu brav, zu glatt, zu poppig.

Den Fans in München ist der mittelmäßige Ruf aber völlig egal. Sie lassen sich treiben von den wuchtigen Gitarrenriffs und Kroegers markanter Stimme. Sie kreischen bei "Someday", sie jubeln über Becher voller Freibier - auch wenn das meiste davon am Boden landet. Sie singen "How You Remind Me" im Chor. Und sie schunkeln zu "Hero" fleißig im Takt. Auch ohne Bierzelt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Wir müssen bei der Wahrheit bleiben“

Medienmacher Helmut Markwort über den „Focus“, Privatradio und Privatfernsehen sowie die Zukunft des Journalismus
„Wir müssen bei der Wahrheit bleiben“

Teo gegen den Rest der Welt

Perm - Messias oder Scharlatan? Genie oder Blender? Teodor Currentzis mischt gerade die Klassikszene auf. Manchmal schießt er dabei übers Ziel hinaus wie mit seiner …
Teo gegen den Rest der Welt

„Ich bin und bleibe ein Träumer“

Lambert Wilson spielt den Forscher Jacques-Yves Cousteau – und erkennt viele Parallelen zu seinem eigenen Leben. Wir trafen ihn zum Interview.
„Ich bin und bleibe ein Träumer“

Marco Comin: „Mich macht ein Missverständnis traurig“

München - Zum Ende dieser Spielzeit verlässt Chefdirigent Marco Comin das Gärtnerplatztheater. Gern wäre er geblieben, er passt allerdings nicht zur stärkeren …
Marco Comin: „Mich macht ein Missverständnis traurig“

Kommentare