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Die frühere Rosenstolz-Sängerin Anna.

Ex-Rosenstolz-Sängerin

Konzert-Kritik: Anna R. mit Gleis 8 im Technikum in München

München - Anna R., ehemalige Sängerin von Rosenstolz ist mit Gleis 8 am Samstag im Technikum in München aufgetreten. Hier lesen Sie die Konzert-Kritik.

Nach zwei Stunden reckt Gleis-8-Sängering Anna R. eine Leuchtfackel gen Decke des gut gefüllten Münchner Technikums. Sie erinnert damit an das Cover der zweiten CD des Trios. Auch sonst ähnelt das Konzert am Freitagabend der Platte: eingängig-solider Pop, der zwischen Melancholie, Mut und Wut schwankt. Der nicht langweilt, der einen – abgesehen von den Fans natürlich – aber auch nicht packt und schon gar nicht die Magie von Rosenstolz entfacht.

Der Vergleich mit Rosenstolz muss sein. Schließlich klingt die Musik danach, war Anna R. mehr als 20 Jahre die markante Stimme des Erfolgsduos. Und nun? Ist sie älter geworden, kann immer noch ziemlich gut singen, aber versucht mit aller, vielleicht etwas zu viel Macht, ihr verrucht-divenhaftes Image aufrecht zu erhalten. Gleich nach dem ersten Lied bekommt sie zwei Rosen geschenkt, die sie an einen weißen Pappkameraden heftet. Daneben auf der Bühne: ihre zwei Gleis-8-Mitstreiter und vier ordentliche Musiker, darunter einer mit paraguayischer Harfe, die vor allem in den Balladen zur Geltung kommt. Höhepunkt: eine Pop-Version von Rammsteins „Engel“. Dass ein wichtiges Bandmitglied fehlt, Lorenz Allacher starb an Krebs, ist auf dem Album zu hören und im Pressetext zu lesen – am Abend wird jedoch mit keiner Silbe an ihn erinnert. Schade. Dafür ruft die Band begrüßenswerterweise dazu auf, für Deutschkurse im SOS-Kinderdorf am Ammersee zu spenden.

Marco Mach

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