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Spielen mit Wonnelust: Laura Cuenca Serrano und Ferdinand Schmidt-Modrow.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Münchner Hofspielhaus: Platz ist in der kleinsten Hütte

München - Das Münchner Hofspielhaus machte sein Innenhof-Café zur Freilichtbühne und eröffnete sie mit „Eine Sommernacht“.

Das Hofspielhaus, Münchens schmuckstes Kleintheater, hat jetzt sein Innenhof-Café zur Freilichtbühne gemacht. Und was die neue Eigenproduktion im verheißungsvollen Titel „Eine Sommernacht“ verspricht, das erlebt man – hundertprozentig. Die federleichte Komödie von David Greig und Gordon McIntyre über die Irrungen und Wirrungen der Liebe hat philosophisch-Shakespeare’ schen Charme. Leni Brem ließ sich von dem Winzraum zu hinreißenden Regie-Einfällen inspirieren, die Laura Cuenca Serrano und Ferdinand Schmidt-Modrow mit Wonnelust auskosten. Helenas verheirateter Liebhaber ist mal wieder unabkömmlich. Also in einer Bar den Kummer ertränken. Als Saufkumpan erwählt sie Tischnachbar Bob, der in Dostojewskis „Aufzeichnungen aus einem Kellerloch“ liest. Und, klar, in einem Loch stecken die 31-jährige Scheidungsanwältin wie auch der gleichaltrige Bob, der sich mit Autoschiebereien über Wasser hält. Mächtig alkoholisiert taumeln die beiden dann in einen obligaten One-Night-Stand.

Diese wunderbar satirisch-witzige Szene ist schon mal Qualitätsgarantie für den Abend: Auf zusammengerückten Sitzquadern unter große Leintücher gekuschelt, veranstalten die beiden eine prächtig gymnastische Sex-Hoppelei. Und liefern gleichzeitig mit trockenen Kommentaren, was ihr oder ihm dabei zweifelnd und kritisch durch den Kopf geht – Greigs durchgehendes farbig auflockerndes Prinzip. Fazit: Sex kann ganz schön anstrengend sein. Man trennt sich, findet sich wieder und haut in einer mittsommernächtlich-schrägen Kneipentour die für Bobs Gangsterboss bestimmten 15 000 Pfund auf den Kopf. Irrwitzig, wie Cuenca Serrano und Schmidt-Modrow über die schmale Podiumsbühne tänzelnd noch sprach-flink Gangster- und andere Rollen übernehmen, Gitarre spielen, singen, auch mal aus Türen und Obergeschoss-Fenstern heraus, wie sie an einem Treppengeländer Luft-joggen und sich bei japanischem Bondage ganzkörperlich verknoten. Und sehr schön, wie ihre realistisch eingestellten Figuren doch auch zarte Romantik durchscheinen lassen. Kriegen sich Helena und Bob? Selber rausfinden!

Vorstellungen: neunmal bis 23. September; Karten 089/ 24 20 93 33.

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