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Saxophon vs Gitarre? Why not both? Dog Eat Dog.

Rockavaria 2016

Saxophon, Gitarre und Dog Eat Dog: Die Doppel-Konzertkritik

München - Dog eat dog sind vor allem in Europa bekannt, doch hier sind ihre Fans besonders treu. Das zeigte sich auch beim Auftritt auf dem Rockavaria 2016. Die Doppel-Konzertkritik.

Weils so schön war gibt es an dieser Stellt gleich zwei Konzertkritiken zu Dog eat Dog

tz-Redakteurin Jasmin Menrad: Fetzngaudi auf und vor der Bühne

"Pull My Finger" grölt die sehr gut gefüllte Seebühne. Da haben Dog Eat Dog ihre Fans. Mitgröhlen, tanzen und will den Kopf schütteln. Die Jungs auf der Bühne haben selbst eine Fetzengaudi und müssen massive Knie haben, so viel wird gesprungen. Statt auf der Wiese abzuhängen, stehen jetzt alle. Der erste Stagediver wird über die Menge getragen.

In ihrer Heimat Amerika sind Dog Eat Dog aus New Jersey keine Größe. Doch in Europa spielen sie große Festival und haben treue Fans, die zu ihren Konzerten kommen. Was Neues gibt's nicht von den Jungs. Das letzte Album "Walk with me" kam bereits 2006 raus. Aber sie haben dicke Crossover-Ohrwürmer, die live richtig Spaß machen. Heute feiern sie mit den Fans das Zwanzigjährige ihres Albums "Play Games".

Ein zu süßes Saxophon muss hier niemand fürchten. Roland Kresse spielt mit Leichtigkeit zu den harten Raps. "Who's The King"? Da gibt auf der Seebühne freilich nur eine Antwort: Dog Eat Dog sind die Könige des Crossover.

Merkur-Redakteurin Katrin Woitsch: Liebeserklärung an die Fans

Es gibt sie noch. Dog Eat Dog – die Pioniere des Crossover. Die Meister der Genialität wenn es darum geht, deftige Hardcore-Riffs mit Hip-Hop-Elementen zu vereinen. Die, die den charmant eingesetzten Saxofon-Sound auf unverwechselbare Weise zu ihrem Markenzeichen gemacht haben.

Und sie sind in ihrem Element, vom ersten Akkord an. „26 Jahre Dog Eat Dog – das werden wir feiern“, ruft Sänger John Connor zur Begrüßung. Und vor der Seebühne stehen längst genug treue und textfeste Fans bereit, die mit krachenden Openern belohnt werden. Keine 20 Minuten und die Party erreicht mit großen alten Hymnen wie „Who`s the King“ einen ersten Höhepunkt – allerdings dürfte sie fast ein bisschen lauter sein.

Das Rockavaria ist für Dog Eat Dog eins von nur zwei Konzerten in Bayern in diesem Jahr. Aber sie haben schnell bewiesen: Sie sind die, die sie immer waren. Eine Spaßband, die nie politisch sein wollte. Die sich ihre Genialität über 26 Jahre bewahrt hat – ohne sich je von Trends beeinflussen zu lassen. Sie stehen für ein Genre, das eigentlich ausgestorben ist – doch sie halten eisern die Fahne hoch. Und das genial wie zu ihren Anfangszeiten in den 90ern.

Den Dank an alle, die das zu schätzen wissen, liefern sie gleich mit: „Walk with me – ein Loveletter an alle Fans der ersten Stunde“, schreit Connor in sein Mikrophon – und tobt dazu über die Bühne, als wäre es das letzte Konzert für lange Zeit.

„Never judge the Show by the Size“, hat Bassist Dave Neabore einmal gesagt – beurteile einen Auftritt nicht nach der Größe. Ein festes Dog-Eat-Dog-Credo: Egal, ob sie vor zehn oder vor zehntausend Menschen spielen, es wird gerockt als gäbe es kein Morgen. Das Versprechen halten sie auf dem Rockavaria. Als wären sie seit damals keinen Tag älter geworden. Es gibt sie noch. Und sie können es noch.

Rockavaria 2016: Eindrücke vom ersten Tag

Rockavaria 2016: Eindrücke vom ersten Tag

Rockavaria 2016: Tag 1 im Ticker.

Jasmin Menrad/Katrin Woitsch

Katrin Woitsch

Katrin Woitsch

E-Mail:Katrin.Woitsch@merkur.de

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