+
Der Graf von Unheilig.

Konzert-Kritik 

Unheilig im Zenith: Zwischen Rammstein und der Knef

München - Gipfelstürmer heißt sein letztes Album. Der Gipfelsturm in München bleibt dem Grafen von Unheilig jedoch verwehrt. Die Konzertkritik aus dem Zenith.

Eigentlich wollte er am Sonntag auf seiner Abschiedstournee  den Königsplatz rocken. Doch bei nur 6000 Zuschauern reicht auch das Zenith. Locker. Nur die Luft ist schlechter. Gleich drei Vorbands machen den Abend fast zu einem Festival. 

Kurz nach 20 Uhr kommt dann endlich der Graf, nach Knef-Einspielung, Countdown und Intro, wie immer perfekt im schwarz-weißen Trauer-Outfit gekleidet auf die Bühne gerannt: Hinunter bis auf Eins singt er mit sonorer Stimme zwischen Kerzen. Danach serviert er den typisch unheimlichen Unheilig-Konzertmix: Da sind zum einen seine dunkel und mit viel Pathos angehauchten Popschlager wie „Unter deiner Flagge“. Doch von Knef bis Rammstein ist es gar nicht weit. Wer den Grafen allein aus Radio und Fernsehen kennt, hat nur ein halbes Bild von ihm. 

Denn live ist er teils lauter und düsterer. Eisenmann ist da nur ein Beispiel, Headbangen ohne Haare inklusive. Doch irgendwie wirken diese Songs nicht mehr so wie vor 2010, vor Unheiligs Weg vom Untergrund zum Mainstream, auf dem er auch nicht vor Duetten mit Helene Fischer und Andreas Bourani zurückschreckte. Fans, die schon 2008 im Backstage waren, sind keine mehr im Zenith. Stimmung ist trotzdem. Hat der Graf seinen Zenit überschritten? Im September in Köln soll jedenfalls für den Aachener endgültig Schluss sein. 

Marco Mach

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Elf Bücher, die Sie zu Weihnachten verschenken und lesen sollten

Manche behaupten, ein Buch sei ein einfallsloses Weihnachtsgeschenk. Stimmt nicht. Unsere Autorin hat in diesem Jahr bezaubernde, starke, mutige Bücher gelesen, die auf …
Elf Bücher, die Sie zu Weihnachten verschenken und lesen sollten

Neues Album:Die Rolling Stones kommen nach Hause

München - Elf Jahre mussten Fans der Rolling Stones auf neuen Stoff warten, jetzt haben die Altrocker ihr neues Album „Blue & Lonesome“ rausgebracht - wir verraten euch …
Neues Album:Die Rolling Stones kommen nach Hause

Sommernachtstraum 2017: Diese Bands und Künstler sind dabei

München - Da wird es uns doch gleich warm ums Herz bei den kalten Temperaturen. Die Bands für den Sommernachtstraum 2017 stehen fest. Und der Headliner ist ziemlich …
Sommernachtstraum 2017: Diese Bands und Künstler sind dabei

Gerd Steinbäcker: „Fürs Liedermachen bin ich zu alt“

München - Gerd Steinbäcker, Ex-Mitglied des österreichischen Pop-Trios S.T.S. hat ein neues Album veröffentlicht - und will sich von dem Stil gleich wieder verabschieden
Gerd Steinbäcker: „Fürs Liedermachen bin ich zu alt“

Kommentare