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Muschler und ihre Mitstreiter verschafften dem alten Kino an der Landshuter Allee ein neues Leben. Herzstück ist der Kinosaal im Erdgeschoss. Die Fenster wurden freigelegt, so dass tagsüber auch andere Veranstaltungen stattfinden können. Bei Filmvorführungen wird ein Verdunklungsvorhang zugezogen.

Kino an Landshuter Allee eröffnet wieder

Vorhang auf im neuen Maxim

München - Nein, in München machen Kinos nicht nur dicht. An der Landshuter Allee geschieht gerade ein kleines Wunder: Das Maxim Kino öffnet am 6. Oktober wieder seine Pforten – nachdem ein paar Engagierte es gerettet und umgebaut haben. Am Samstag darauf wird dann gefeiert.

Eifrig wird gehämmert und gepinselt im Maxim Kino an der Landshuter Allee. Am kommenden Donnerstag will das Lichtspielhaus seine Wiedereröffnung feiern. Und das, obwohl es lange so aussah, als wäre der letzte Vorhang im Maxim für immer gefallen.

Die Vorgeschichte: Der ehemalige Betreiber des Kinos konnte sich nach 40 Jahren die Miete nicht mehr leisten. Im Sommer dieses Jahres war vorerst Schluss im Maxim, die 104-jährige Geschichte des Lichtspielhauses schien zu Ende erzählt.

So viele Kinos müssen schließen“, sagt Beate Muschler. „Wir wollten verhindern, dass auch das Maxim weg ist.“

Doch wie die meisten Hollywood-Produktionen hat auch die Geschichte des kleinen Kinos nun vorerst ein Happy End: Vier Freunde schlossen sich zusammen, um dem Maxim eine Fortsetzung zu bescheren. „So viele Kinos müssen schließen. Wir wollten verhindern, dass auch das Maxim für immer weg ist“, erklärt Beate Muschler, eine der vier angehenden Kinobetreiber.

Doch alles beim Alten belassen wollte das Quartett in dem Lichtspielhaus nicht. Mehrere Monate lang wurde das Gebäude umgebaut und fit für die Zukunft gemacht. Herzstück des neuen Maxims ist der große Kinosaal im Erdgeschoss. 81 Zuschauer finden hier Platz. Eine große Fensterfront lässt viel Licht herein.

Das braucht es zwar natürlich nicht fürs reine Kino. Aber: „Dank dem Tageslichtsaal können wir hier tagsüber auch mal andere Veranstaltungen machen. Lesungen zum Beispiel“, sagt Muschler. Während Filmvorführungen sorgt ein spezieller Verdunklungsvorhang für ungestörten Kinogenuss. Die Fenster wurden bei dem Umbau wieder freigelegt. Sie stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende, als das Maxim noch kein Kino, sondern ein Kaufhaus war.

Überhaupt war es den Betreibern bei der Gestaltung des neuen Maxim wichtig, den Charme des alten Kinos trotz Modernisierungen zu erhalten. Die Sessel stammen aus einem alten Lichtspielhaus in Ludwigsburg, der dunkle Holzboden und die aufwändig gestaltete Decke im Foyer wurden aus dem alten Maxim übernommen.

Rechts: Die Popcornmaschine ist schon installiert.

Ganz neu hinzugekommen ist ein zweiter Kinosaal im Keller mit 30 Plätzen – und die Digitaltechnik im ganzen Haus. Mit solchen Maßnahmen hofft man das neue Maxim profitabler zu machen als seinen Vorgänger. „Wir sind jetzt ganz anders aufgestellt, können mehr Vorstellungen anbieten und aktuellere Filme zeigen“, erklärt die zukünftige Geschäftsführerin des neuen Maxims Anne Harder.

Da all dies mit erheblichen Investitionen verbunden war, sammelt das Quartett derzeit Geld: über die Crowdfunding-Plattform Startnext im Internet. Auf www.startnext.com/neuesmaxim können Cineasten spenden und erhalten im Gegenzug Gutscheine für Karten und Popcorn. Auch einen Förderverein haben die Maxim-Betreiber gegründet.

Beim Programm für ihr Kino setzen die Betreiber vor allem auf ausgewählte Arthaus-Filme, aber auch Dokumentationen und ein Kinderprogramm soll es geben. „Wir wollen Dinge zeigen, die nicht überall zu sehen sind“, erklärt Muschler. In der ersten Woche stehen so unter anderem die Romanverfilmung „Tschick“ und die Dokumentation „Raving Iran“ auf dem Programm.

Hat das Maxim erst einmal geöffnet, hoffen die Betreiber, möge es sich im Laufe der Zeit auch zu einem Treffpunkt im Viertel entwickeln. Eine erste Vorschau haben Muschler und ihre Kollegen schon während der Umbauphase bekommen: „Immer wieder sind Leute an der Baustelle stehengeblieben. Die meisten freuen sich riesig, wenn sie erfahren, dass hier wieder ein Kino reinkommt“, erzählt sie. Es scheint, als stünden die Vorzeichen gut für das Remake des guten alten Maxim Kinos.

Das neue Maxim an der Landshuter Allee 33 hat ab 6. Oktober wieder geöffnet. Karten kosten 9,50 Euro, ermäßigt 8,50 Euro. Das Programm steht auf der Homepage www.neues-maxim.de und auf der Facebook-Seite des Kinos.

Annika Schall

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