+
Autohändler verdienen erst durch den Weiterverkauf. Doch mit viel Abschlag müssen private Verkäufer rechnen? Foto: Daniel Naupold

Autoverkauf an Händler: 50 Prozent Abschlag können fair sein

Wer seinen Gebrauchten an einen Händler verkaufen will, muss gewisse Abschläge in Kauf nehmen. Die Höhe hängt entscheidend vom Wert des Autos ab.

Stuttgart (dpa/tmn) - Beim Verkauf an einen Händler müssen Autobesitzer mit Abschlägen rechnen. Denn Händler verdienen erst durch den Weiterverkauf. Ein Einkaufspreis unter Verkaufswert sichert ihnen Gewinn. Doch wie viel Marge ist fair?

Das hängt unter anderem vom Wert des Autos ab, sagt Gunnar Beer vom Auto Club Europa (ACE). Die prozentuale Spanne nimmt etwa in dem Maße ab, wie der Wert des Wagens steigt, nennt Beer eine Faustregel.

Im günstigen Bereich unter 3000 Euro beispielsweise seien Margen von 50 Prozent nicht ungewöhnlich hoch. Ein Einkauf für etwa die Hälfte des Verkaufswerts wäre durchaus legitim. Bei teureren Autos sind solche Margen dagegen übertrieben. Auch Marktbeobachter Schwacke bestätigt diese Faustformel. Das sei grundsätzlich richtig, erklärt das Unternehmen. Die Marge sinke mit der Höhe des Verkaufspreises.

Außerdem ist wichtig, ob der Händler das Fahrzeug voraussichtlich zeitnah weiterverkaufen kann. Das ist zum Beispiel bei einem Cabrio im Winter in der Regel nicht der Fall. "Mit längerer Standzeit sinkt der Verkaufswert", sagt Beer. Diese Argumente wird der Händler bringen, um den Preis zu drücken. Da sei Verhandlungsgeschick gefragt.

Für die Verhandlungen sollten man den Wert seines Autos realistisch einschätzen können. Eine grobe Schätzung liefert ein Preisvergleich auf Auto-Onlinebörsen wie mobile.de und autoscout24.de. Dienstleister Schwacke bietet online eine kostenpflichtige Bewertung an. Schwacke gibt den Händlereinkaufs- und Händlerverkaufspreis an. Bei Verkäufen an Privatleute sei der Verkaufspreis maßgeblich, bei Händlern müssen sich Autobesitzer dagegen am Einkaufspreis orientieren.

Problem der Online-Bewertung: Der Ist-Zustand des Autos wird nicht berücksichtigt. Das leisten nur Sachverständigen-Gutachten, wie sie etwa Prüforganistationen und Autoclubs anbieten. Diese kosten jedoch einiges: Der ADAC zum Beispiel veranschlagt für Nicht-Mitglieder je nach Standort 89 bis 110 Euro, der Tüv Süd 125 bis 150 Euro.

Schwacke: FAQ zur Fahrzeug-Bewertung

ADAC: Gebrauchtwagenuntersuchung

Tüv Süd: Fahrzeugbewertung mit Wertgutachten

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großes Bier-Battle: Runde vier ist angelaufen

München - Es ist das Lieblingsgetränk der Bayern: Bier. Klar also, dass es das Nationalgetränk auch von zig verschiedenen Brauereien gibt. Doch welches Bier schmeckt …
Großes Bier-Battle: Runde vier ist angelaufen

Kinder richtig fördern

Der aktuelle "PISA"-Test zeigt, dass die deutschen Schüler besonders in den Naturwissenschaften Probleme haben. Oft sind Eltern ratlos, wie sie ihre Kinder von diesen …
Kinder richtig fördern

Farben als Giftcocktail: So gefährlich sind Tattoos

„Es gibt einige Dinge, die jeder bedenken sollte, bevor er zum Tätowieren geht“, sagt Professor Dr. Wolfgang Bäumler von der Dermatologischen Uniklinik in Regensburg. …
Farben als Giftcocktail: So gefährlich sind Tattoos

Angst vor Krätze? Das sollten Sie wissen  

Gerade macht eine juckende Hautkrankheit Schlagzeilen: die Krätze - im Fachjargon Skabies. Jeder kann sich die Krätze holen. Und das ist keine Frage der Hygiene. Hier …
Angst vor Krätze? Das sollten Sie wissen  

Kommentare