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Bischof Nikolaus gilt als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder. Foto: Henning Kaiser

Der Nikolaus - heiliger Gabenbringer mit langer Tradition

Stiefel putzen, vor die Türe stellen und bis zum nächsten Morgen warten: Für Kinder ist der Nikolaustag ein großes Ereignis. Aber wo liegen eigentlich die Ursprünge für diese Tradition?

Berlin (dpa) - Seit rund 1000 Jahren zieht der großzügige Nikolaus als Vorläufer von Christkind und Weihnachtsmann von Haus zu Haus.

Hat Nikolaus wirklich gelebt?

Die heute bekannte Figur gilt als Verschmelzung von zwei historischen Persönlichkeiten: von Bischof Nikolaus von Myra (um 280 bis um 350) und vom 564 gestorbenen Abt Nikolaus des Klosters Sion bei Myra.

Warum werden Kinder in seinem Namen beschenkt?

Bischof Nikolaus als Nothelfer und Schutzpatron der Kinder soll armen Mädchen Geld für ihre Aussteuer zugesteckt haben. Daraus entwickelte sich vermutlich die Tradition des Gabenbringers. Meist zieht er um den 6. Dezember durchs Land. Kinder stellen oft am Vorabend Stiefel vor die Tür, die nachts gefüllt werden. Um freche Kinder zu bestrafen, hat er oft den grimmigen Begleiter Knecht Ruprecht oder Krampus dabei. In manchen Gegenden kommt Nikolaus im Bischofsgewand.

Was hat der Weihnachtmann mit dem Nikolaus zu tun?

Beide werden meist als alte Männer mit weißem Bart dargestellt. Auch den roten Mantel verdankt der Weihnachtsmann wohl seinem klassischen Vorbild Sankt Nikolaus. Niederländische Auswanderer brachten ihren Sinterklaas im 17. Jahrhundert mit nach Amerika. Daraus wurde der amerikanische Santa Claus, der als Weihnachtsmann nach Europa zurückkehrte.

Wo hat das Nikolausfest eine andere Bedeutung?

In den Niederlanden wird Nikolaus von Helfern begleitet, den "Zwarte Pieten". Jedes Jahr kommt er Mitte November mit einem Schiff aus Spanien. Etwa drei Wochen lang dürfen niederländische Kinder abends ihre Schuhe an Schornsteine oder Türen stellen. Nicht erst Heiligabend durch Weihnachtsmann oder Christkind wie hierzulande, sondern schon am Abend des 5. Dezember, dem "Pakjesavond", liefern die Pieten die Geschenke vom Nikolaus aus.

Ein ungewöhnlicher Nikolaus-Brauch hat sich am Vierwaldstättersee in der Schweiz erhalten. In Küssnacht und anderen Orten ziehen meist am Abend des 5. Dezember gruselige Gestalten in einem lärmenden Umzug zum "Klausjagen" mit einem würdigen "Samichlaus" im Bischofsgewand durch die Straßen.

Und wie sieht es in den orthodoxen Ostkirchen aus?

Hier wird der Heilige Nikolaus besonders verehrt, bringt aber keine Geschenke. Nikolaus ist unter anderem Schutzpatron von Serbien und Russland. Ein slawisches Sprichwort sagt: Wenn Gott je sterben sollte, würde Nikolaus zu seinem Nachfolger gemacht.

Erzbistum Köln zum Heiligen Nikolaus

Evangelische Kirche zu Nikolaus

Küssnachter Klausjagen in der Schweiz

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