+
Jeder sollte Flüchtlingskinder in der Schule willkommen heißen. Um in Kontakt zu kommen, reichen einfache Fragen aus. Foto: Sebastian Kahnert

Flüchtlinge als Mitschüler - Offenheit ist wichtig

Unter den Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, sind natürlich auch Kinder und Jugendliche. Deshalb wird in manch einer Klasse nach den Ferien ein neuer Mitschüler oder eine neue Mitschülerin sitzen. Ein paar Tipps, wie Jugendliche die Neuen einbeziehen können.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Manch einer hat nach den Sommerferien neue Klassenkameraden: Es kommen Kinder und Jugendliche in die Schule, die nach Deutschland geflohen sind. Da kann jeder einzelne etwas dazu beitragen, den Neuen oder die Neue willkommen zu heißen und zu integrieren.

Klingt aufwendig und schwierig, ist es aber eigentlich gar nicht: "Man sollte offen und interessiert sein", rät Stefan Drewes vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen und Leiter des Zentrums Schulpsychologie in Düsseldorf. "Woher kommt der Neue? Wie war die Schule dort? Wie wurden dort Feste gefeiert?" All das sind Fragen, mit denen man sein Interesse bekunden kann - schon das kann den Neuen helfen, sich nicht ignoriert und abgelehnt zu fühlen.

Man kann den- oder diejenige auch mal mitnehmen - zum Sport zum Beispiel. Oder den Schulweg gemeinsam gehen. Wenn es mit der Sprache noch nicht so gut klappt, kann man sich mit Gesten behelfen. Extra Deutsch-Nachhilfe braucht niemand geben: "Jugendliche lernen Sprache vor allem durch ungezwungenes Zusammensein", erklärt Drewes. "Am Anfang sollte man die Unterhaltungen dann etwas einfacher halten: Kurze Sätze, leichte Wörter, nicht zu abstrakt."

Viele Jugendliche haben auf der Flucht oder im Heimatland schlimme Erfahrungen gemacht. "Manche wollen darüber nicht reden. Das heißt: nicht neugierig nur nach den Fluchterfahrungen fragen", rät Drewes. Die Flucht kann auch ein Grund sein, dass Jugendliche vielleicht etwas ungewöhnliche Kleidung tragen - viele sind nur mit dem gekommen, was sie anhatten und jetzt etwa auf Kleiderspenden angewiesen. "Davon sollte man sich nicht irritieren oder abschrecken lassen", betont Drewes.

Gleiches gilt, falls jemand sich mal ungewöhnlich benimmt: In dem Land, wo der oder diejenige herkommt, sind die kulturellen Hintergründe vielleicht ganz anders. "Dort kann es unerwünscht gewesen sein, sich zum Beispiel am Unterricht zu beteiligen. Man sollte sich daher nicht wundern, wenn jemand sehr still ist", erklärt Drewes. Auch traumatische Erlebnisse auf der Flucht können hinter einem seltsam wirkenden Verhalten stecken.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Leider selten gut: Musikplayer für Kinder

Musikplayer für Kinder gibt es schon für wenig Geld – doch ihre Qualität lässt oft zu wünschen übrig. Die meisten funktionieren mit CDs, doch es gibt auch erste …
Leider selten gut: Musikplayer für Kinder

Eine Marke gewann deutlicher als Augustiner: Die Vorrunden-Sieger unseres Bier-Battles

München - Es ist das Lieblingsgetränk der Bayern: Bier. Klar also, dass es das Nationalgetränk auch von zig verschiedenen Brauereien gibt. Doch welches Bier schmeckt …
Eine Marke gewann deutlicher als Augustiner: Die Vorrunden-Sieger unseres Bier-Battles

Mit diesen fünf Tipps sparen Sie 2016 noch viel Geld 

Einkaufen – und dabei noch sparen? Kurz vor dem Jahresende können Sie unter anderem noch Werbungskosten produzieren – und später von der Steuer absetzen.
Mit diesen fünf Tipps sparen Sie 2016 noch viel Geld 

Orang-Utans aus Stuttgart durch Video-Dating verkuppelt

Stuttgart - Die modernen Formen der Partnersuche machen auch vorm Tierreich nicht Halt. Orang-Utans versuchten es in der Wilhelma in Stuttgart mit Video-Dating - nun …
Orang-Utans aus Stuttgart durch Video-Dating verkuppelt

Kommentare