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Die dicken Barren stapeln? Gold, hier abgebildet als Imitate, gilt als krisensicher. Da sein Preis stark schwanken kann, sollten Anleger den Anteil im Depot aber gering halten. Foto: Andrea Warnecke

Geldanlage in Gold, Diamanten oder Uhren lohnt nicht immer

Die Geldanlage in Gold hat sich zuletzt für Anleger nicht gelohnt: Von Januar bis Dezember 2015 schmolz der Wert um zehn Prozent. Inzwischen ziehen die Preise wieder an, und Händler zeigen sich zum Start der Münchner Schmuckmesse Inhorgenta in guter Stimmung.

München (dpa) - Viel Geld und wenig Platz? Dieses Luxusproblem lösen viele Vermögende mit der Investition in Schmuck: Statt ihr Geld in der Zinsflaute in Autos, Boote, Gemälde oder andere Sachwerte zu stecken, legen sie sich lieber kostbaren Kleinkram in den Tresor.

Auf der Schmuckmesse Inhorgenta (12. bis 15. Februar) in München können sie sich einen Überblick darüber verschaffen, wie sich das Geld in ansehnlicher Form investieren lässt. Die Hoffnung auf einen schnellen Gewinn erfüllt sich aber längst nicht immer.

Gold: Das Edelmetall gilt seit Jahren als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten. Wer sich allerdings Anfang 2015 einen Barren in den Tresor gelegt und am Ende des Jahres wieder verkauft hat, machte damit kein gutes Geschäft: Zum Jahresende wurde eine Feinunze an der Börse in London für 1066 Dollar gehandelt. Das waren zehn Prozent weniger als zu Beginn des Jahres. Wer vor fünf Jahren gekauft hat, machte noch viel mehr Verlust: Damals wurde Gold zum Rekordpreis von 1921 Dollar je Feinunze gehandelt.

Seit einigen Wochen geht es allerdings mit den Preisen wieder bergauf: Die Risiken rund um den Globus lassen die Anleger wieder verstärkt in Gold investieren. Händler melden eine verstärkte Nachfrage: "Die Bestseller unter den Goldbarren sind die Gewichtseinheiten 50 und 100 Gramm", heißt es bei dem Münchner Goldhändler Pro Aurum. Auch der Frankfurter Online-Anbieter Coininvest ist zufrieden. "Das neue Jahr hat aus unserer Sicht sehr gut begonnen", sagt ein Sprecher.

Diamanten: Auch Diamanten haben ihren Besitzern zuletzt nicht viel Freude gemacht - zumindest wenn sie nur im Tresor lagen. Seit Mitte 2014 fielen die Preise nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Bain um bis zu einem Viertel. "Ursächlich dafür war vor allem die schwächelnde Konjunktur in China, die die Nachfrage deutlich drosselte." Die Perspektiven seien aber günstig. "Während der Wirtschaftsturbulenzen 2001 und 2009 brauchten die Diamantenpreise bis zu zwei Jahre, um sich zu erholen", sagt Klaus Neuhaus, Partner bei Bain & Company. "So lange wird es dieses Mal nicht dauern, denn der Markt hat noch Potenzial."

Käufer für die Edelsteine sind nicht nur Millionäre, wie der Chef des Online-Anbieters Diamondax, Ulrich Freiesleben, zu berichten weiß. Auch Handwerksmeister oder Ärzte stecken ihr Geld in die Edelsteine. "Unsere Kunden sind sehr sachwertorientiert und haben ein gewisses Misstrauen gegenüber der Entwicklung des Euro." Auch bei jüngeren Leuten zwischen 30 und 40 nehme das Interesse an der Geldanlage in Diamanten zu.

Uhren: Im Zeitalter der Smartphones sind Uhren überflüssig? Von wegen, wie die Expansion des Karlsruher Unternehmens Chrono24 zeigt: Vor zwölf Jahren wurde die Firma gegründet, inzwischen handelt sie weltweit mit Luxusuhren. 2015 wurden über die Plattform Uhren im Wert von rund 700 Millionen Euro verkauft. Mehr als 10 000 professionelle Händler und Privatverkäufer aus über 80 Ländern bieten bei Chrono24 ihre Uhren an, viele davon in der Preisklasse eines Kleinwagens zwischen 10 000 und 20 000 Euro.

Aber auch bei Uhren brauchen Anleger die richtige Marke und einen langen Atem, wenn sie die Zeitmesser gewinnbringend verkaufen wollen. Für Laien gilt die Geldanlage in Uhren als zu riskant - es sei denn, die Chronometer sollen beim Blick aufs Handgelenk einfach nur die Zeit anzeigen und dabei Freude machen. Wer sich aber zum Beispiel für das Modell Bigger Bang Tourbillon von Hublot erwärmt, muss schon sehr gelassen sein, um diese am Handgelenk herumzutragen: Sie wird derzeit für rund 200 000 Euro angeboten.

Chrono24

Messe Inhorgenta

Bain Branchenreport Diamanten

Auch wenn der Gold-Preis Anfang des Jahres gestiegen ist: Anleger sollten den Gold-Anteil in ihrem Depot gering halten. Denn zum einen kann man aus der Vergangenheit keine Prognosen für die zünftige Wertentwicklung ablesen. Zum anderen zeigt die Langzeitbetrachtung, dass der Preis für eine Unze Feingold stark schwanken kann - etwa weil politische oder wirtschaftliche Krisen seine Wertentwicklung beeinflussen. Anleger sollten nach Angaben des Bundesverband deutscher Banken daran denken: Sie erhalten nur bei einem steigenden Preis eine Rendite. Ein ausgewogenes Depot sollte deshalb höchstens einen Goldanteil von etwa fünf bis maximal zehn Prozent haben. Indem Anleger Risiken streuen, können sie Schwankungen besser ausgleichen.

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