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Salz ist wichtig für den Körper. Doch zu viel davon kann etwa zu Bluthochdruck führen.

Achtung Salz!

New York warnt vor zu viel Natrium

Und noch ein neues Warnzeichen, diesmal geht es um Salz. In New York wird jetzt auf Speisen hingewiesen, in denen mehr Salz als üblich ist. Und der Streit ist da: Hilft das? Oder nervt das?

Im Grunde geht es nur um einen Teelöffel, dessen Inhalt ist aber gesalzen: New York hat dem "Sodium" (in Deutschland: Natrium) den Kampf angesagt und will seine Bürger, und deren Gäste, salzärmer ernähren. Künftig sollen Symbole in Restaurants auf Speisen hinweisen, die aus Sicht der Verbraucherschützer zu salzig sind. Doch bei längst nicht jedem kommt die neue Regulierung in einer an Regeln nicht armen Stadt gut an.

Geht New York - schon wieder - zu weit?

Die Fakten: Nur 2,3 Gramm Salz soll ein Erwachsener laut Behörden der Stadt New York am Tag zu sich nehmen. Das ist ein Teelöffel und klingt viel, aber verteilt auf Mittagessen oder etwa Salami und Pastrami auf dem Brot, der Portion Pommes Frites um die Ecke oder der Wurst am Abend ist es nicht viel. Deshalb nimmt jeder Amerikaner auch gut ein Gramm mehr zu sich - etwa 3,4 Gramm. Und das ist eine Ursache für Herz- und Kreislaufkrankheiten.

"Herz-Kreislauferkrankungen töten mehr Amerikaner als alle anderen Krankheiten zusammen", schlägt die New Yorker Gesundheitsbehörde Alarm. Deshalb sollen kleine Salzstreuer in einem Warndreieck künftig auf Speisekarten den Gästen signalisieren, wenn sehr viel Salz am Bacon-Hamburger, den "French Fries" oder dem Steak ist. "Sehr viel" ist es dann, wenn schon eine einzelne Speise den Teelöffel Salz erreicht. "Die Regel gilt vom 1. Dezember an. Vom 1. März 2016 an werden wir Strafen vollstrecken", heißt es von der Behörde.

Die Strafe ist milde: 200 Dollar (etwa 190 Euro) für einen Anbieter, der zu Salziges künftig nicht auszeichnet. Aber geht es trotzdem zu weit? 

"Ist Salz wirklich New Yorks größtes Problem", ereiferten sich gleich Kritiker im Internet. Dabei wird der Sinn der Regel gar nicht unbedingt infrage gestellt - aber ist es Aufgabe des Staates, sogar das Essen zu regulieren? "Das ist Sozialismus", wetterte einer und andere sehen schon einen "Salzkrieg". Der könnte kommen, will die Industrie die Reglementierung durch Bloombergs Nachfolger Bill de Blasio doch nicht einfach hinnehmen. In der Tat kann man fragen, wie sinnvoll alles ist. Denn die Weltgesundheitsorganisation sieht die Grenze bei fünf Gramm und im deutschen Bundesgesundheitsministerium hält man sogar sechs für vertretbar. Frauen nehmen in Deutschland 8,4 Gramm Salz am Tag zu sich, Männer sogar 10 - sind da 3,4 Gramm wirklich ein Problem?

Für das gesundheitsbewusste New York schon. Fast wie der Hinweis auf Zigarettenpackungen steht auf Speisekarten künftig: "Warnung: Viel Salz kann den Blutdruck und die Gefahr von Herzinfarkten erhöhen." Wie sehr es tatsächlich abschreckt, wird sich zeigen. Salz ist überlebenswichtig für den Körper - aber wer zu viel davon zu sich nimmt, geht Risiken ein. Denn Salz kann den Blutdruck steigen lassen - und Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Schlaganfälle. Gesund seien täglich drei bis sechs Gramm Salz - das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel, so die Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention. Tatsächlich kämen Menschen aus Deutschland pro Tag im Schnitt allerdings auf 9,5 Gramm.

Ganz auf Salz verzichten sollte man aber auf keinen Fall

Unter anderem schützt das enthaltene Natrium die Zellen vor dem Austrocknen, außerdem regelt es den Wasserhaushalt, den Stoffwechsel und die Blutzirkulation, erläutert die Hochdruckliga. Um den Salzgehalt im Blick zu halten, verzichten Verbraucher am besten auf Fertigprodukte. Wer selber kocht, ist sich eher bewusst, wie viel Salz im Essen ist. Eine Alternative für mehr Geschmack können Kräuter, Pfeffer oder in kleinen Mengen auch Chili sein.

dpa

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