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Nudeln und Gemüse essen die meisten Deutschen gerne. Foto: Caroline Seidel

Deutsche stehen auf Pasta und Fleisch - Regionales besonders gefragt

Nur drei Prozent der Deutschen verzichten nach einer Umfrage ganz auf Fleisch und Wurst. Die absoluten Lieblingsgerichte aber sind Spaghetti, Spätzle und Co. Immerhin: Die Bereitschaft, mehr Geld für Fleisch aus artgerechter Haltung auszugeben, steigt.

Berlin (dpa) - Die Deutschen lieben Pasta und bleiben trotz gesundheitlicher Risiken eine Nation der Fleischesser. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa kommen bei vier von fünf Deutschen (83 Prozent) Fleisch und Wurst mehrmals in der Woche auf den Tisch.

Nur sechs Prozent der Frauen und lediglich ein Prozent der Männer geben an, nie Fleisch oder Wurst zu essen, wie aus dem in Berlin von Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) vorgelegten "Ernährungsreport 2016" hervorgeht.

Im Trend liegen eine artgerechte Tierhaltung sowie Regionales: Fast alle Befragten wären bereit, für Fleisch aus tiergerechter Haltung mehr zu zahlen. 86 Prozent der Verbraucher sind für ein besseres Einkommen der Landwirte. Etwas mehr als drei Viertel legen zudem Wert darauf, dass die Lebensmittel aus der Region kommen.

Insgesamt stehen Nudelgerichte hoch im Kurs: 35 Prozent nennen Spaghetti, Nudeln und Pasta als Lieblingsgericht - hinzu kommen noch 6 Prozent, die Lasagne angeben. Es folgen mit je etwa einem Viertel Gemüse- und Kartoffelgerichte sowie Fischgerichte einschließlich Lachs und Sushi (20 Prozent). Dahinter rangieren Salat (15 Prozent) und Pizza (14 Prozent). Unterm Strich kommen aber Fleisch- und Wurstgerichte in verschiedensten Formen - vom Braten und Schnitzel über die Roulade bis zur Currywurst - aber auf mehr als 70 Prozent. Bei der Befragung waren Mehrfachnennungen möglich.

Schmidt sprach von einem "eigentlich ziemlich guten Befund". Gemeinsam mit Forsa-Chef Manfred Güllner bescheinigte der Minister den Deutschen bei ihrem Ess- und Konsumverhalten die Note 2 bis 3. Das Klassenziel sei erreicht, einige Werte müssten aber noch verbessert werden.

Mit Blick auf die wachsende Zahl übergewichtiger Menschen und vor allem dicker Kinder kritisierte Schmidt Wissenslücken in Sachen gesunder Ernährung. Er forderte erneut ein eigenes Schulfach Ernährungsbildung. Die Kultusminister müssten dies endlich als festen Bestandteil in die Lehrpläne aufnehmen. Auf Verpackungen solle zudem "draufstehen, was drin ist - und umgekehrt". Die Kennzeichnung müsse einfacher und klarer werden, sagte Schmidt und verwies auf ein "Dickicht" aus mehr als 2000 Labels.

Eine sogenannte Lebensmittelampel mit den Farben Rot-Gelb-Grün beurteilte Schmidt allerdings skeptisch. Es seien tiefergehendere und differenziertere Informationen erforderlich als Farben für einfache Verhaltensregeln. Schmidt forderte zugleich ein Ende des "ruinösen Preiskampfes" mit hochwertigen Grundnahrungsmitteln. Vom Dumping profitierten weder Landwirte noch Verbraucher, sagte Schmidt.

Ende Oktober hatten Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO Würstchen, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch als krebserregend eingestuft. Die Ergebnisse bestätigten geltende Gesundheitsempfehlungen, den Konsum von Fleisch zu begrenzen. Nach der Forsa-Umfrage, die im Oktober 2015 durchgeführt wurde, verzichten allerdings nur drei Prozent der Befragten auf Fleisch und Wurst. Insgesamt ernähren sich Frauen gesünder als Männer.

Auch im Zeitalter von Fast Food geben gut drei Viertel an, dass ihnen Kochen Spaß macht. Doch zwischen "gern tun" und "tatsächlich tun" klafft eine Lücke: Nur 41 Prozent kochen täglich. Ein gutes Fünftel der Befragten steht höchstens einmal pro Woche am Herd, gut die Hälfte greift nie zum Kochlöffel.

Trotz steigenden Angebots nutzt laut der Umfrage bisher kaum jemand (durchschnittlich weniger als 1 Prozent) die Möglichkeit, Lebensmittel im Internet zu bestellen und sich diese nach Hause liefern zu lassen. Aber jeder Fünfte nutzt das Smartphone und "googelt" beim Einkauf. Trotzdem fühle sich aber auch fast ein Viertel der Befragten (24 Prozent) weniger gut bis schlecht informiert über die Lebensmittel, die sie kaufen.

Ergebnisse Forsa-Umfrage

Fragen und Antworten der Krebsforschungsagentur zum Thema Fleischkonsum

Die Lieblingsgerichte: Mit 35 Prozent rangieren Nudelgerichte ganz klar auf Platz eins. Mit großem Abstand folgen Gemüse- und Kartoffelgerichte (18 Prozent) sowie Fischgerichte (16). Es folgen Salat (15), Pizza (14) und Fleischgerichte/Schnitzel (11). Fleisch und Wurst insgesamt stehen aber weiter hoch im Kurs: Bei 83 Prozent kommen mehrmals die Woche Fleischprodukte auf den Tisch. 47 Prozent der Männer und 22 der Frauen essen täglich Wurst und Fleisch.

Frauen ernähren sich gesünder: Bei deutlich mehr Frauen (85 Prozent) als bei Männern (66) kommen Obst und Gemüse täglich auf den Tisch. Der Anteil der Männer, die täglich Softdrinks trinken (16), liegt zehn Prozentpunkte höher als bei Frauen. 42 Prozent der Männer (Frauen 33) naschen gern vor dem Fernseher; 37 Prozent bereiten sich gerne eine schnelle Tiefkühlpizza zu (Frauen 27).

Immer mehr Vegetarier? Ihr Anteil bleibt eher gering: Nur drei Prozent der Befragten essen nie Fleisch oder Wurst. Frauen sind mit sechs Prozent bei den Vegetariern weit häufiger vertreten als Männer (1 Prozent).

Deutschland kocht gern, aber selten: 77 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen Kochen Spaß macht. Besonders ausgeprägt ist die Kochlust bei jungen Erwachsenen bis 29 Jahre (81 Prozent), Frauen (80) und Großstädtern (80). Allerdings kochen nur 41 Prozent täglich - vor allem Frauen (51) und die über 60-Jährigen (50).

Unverträglichkeiten: Zwölf Prozent der Befragten verzichten aufgrund von Unverträglichkeiten auf Produkte, die Laktose, Fruktose oder Gluten enthalten. Frauen (14) sind nach eigenen Angaben häufiger betroffen als Männer (10), über dem Durchschnitt liegen junge Erwachsene bis 29 Jahre (19) und Großstädter (16 Prozent).

Prioritäten beim Einkauf: 76 Prozent der Befragten legen Wert darauf, dass ein Lebensmittel aus ihrer Region kommt. 61 Prozent achten auf Produktinformationen, für 58 Prozent ist es vor allem wichtig, dass die Produkte preiswert sind. Etwa ein Drittel bevorzugt Produkte bestimmter Marken. Erwachsene bis 29 Jahre lassen sich vor allem von Preis (68 Prozent) und Werbung (43) leiten.

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