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Tiefkühlkost ist für viele ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Das ist nicht ungesund, solange der Speiseplan vielseitig bleibt. 

Ernährungswissenschaftler im Interview

Experte zu Tiefkühlkost: Auf das richtige Maß kommt es an

Die Nutzung von Tiefkühlkost ist besser als ihr Ruf. Nach Meinung des Ernährungswissenschaftlers Jörg Meier ist die Pizza aus der Truhe auch Ausdruck einer veränderten Lebensweise.

Neubrandenburg - Kochshows haben hohe Einschaltquoten. Und auch die steigende Nachfrage nach frischen Bio-Produkten lässt darauf schließen, dass in deutschen Küchen kreativ und gesund gekocht wird. Doch auch Anbieter von Fertiggerichten und Tiefkühlkost verzeichnen wachsende Umsätze.

Für den Ernährungswissenschaftler Professor Jörg Meier von der Hochschule Neubrandenburg kein Widerspruch, wie er im Interview erläutert.

Verleidet den Kunden das Angebot in den Kühlregalen die Lust am Kochen?

Keineswegs. Tiefkühlkost zum Beispiel ist heute ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Schockgefrostetes Gemüse erlaubt uns, vitamin- und mineralstoffreiche Kost auch außerhalb der Saison auf den Tisch zu bringen. Und dann hat sich natürlich auch unsere Lebensweise verändert. Immer mehr Menschen sind berufstätig und während der Arbeit bestrebt, sich zeitökonomisch zu versorgen, bei fehlender Kantine auch mit Fertigprodukten. Am Wochenende dann nimmt man sich bewusst Zeit, um in der Familie oder mit Freunden zu kochen.

Ist so eine gesunde Ernährung zu gewährleisten?

Es kommt - wie so oft im Leben - auf das richtige Maß und ein ausgewogenes Verhältnis an. Wenn sie zum Beispiel Kinder fragen, was sie essen wollen, bekommt man oft zu hören: PiPaPo - Pizza, Pasta, Pommes. Gemüse kommt da zunächst mal wenig vor. Das lässt sich aber leicht mit dem Belag oder der Sauce ändern. Eine Salamipizza extra mit Salami zu belegen, wäre indes kontraproduktiv. Viele Hersteller haben aber auch schon auf den Trend zu fleischarmer oder fleischloser Kost reagiert und ihr Sortiment um vegetarische oder vegane Produkte erweitert.

Halten Massenprodukte den Qualitätsanforderungen stand?

Groß bedeutet nicht gleich schlecht. Für jeden Anbieter, ob den Betreiber des kleinen Bistrowagens oder den hoch technisierten Industriebetrieb, gelten die gleichen lebensmittelrechtlichen Vorschriften. Die Standards sind dabei in Deutschland hoch, deren Einhaltung ist für alle Betriebe existenziell. Sicher ist der Preis ein entscheidendes Kriterium für den Verbraucher. Doch gekauft wird letztlich, was schmeckt. Und erfreulicherweise scheinen bei der Auswahl zunehmend Gesundheitsaspekte eine Rolle zu spielen.

Jörg Meier ist seit 1995 als Professor für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaft an der Hochschule Neubrandenburg. Seine Forschungsgebiete reichen von der Geschmacksforschung bis hin zur Entwicklung von Gesundheitsprogrammen. Er wurde in Itzehoe geboren.

dpa

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