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Federweißer ist im Prinzip ein Traubensaft mit Hefeansatz - er braucht noch Zeit zum Gären. Mit der Zeit wird er immer trockener.

Weinlese hat begonnen - Frischen Federweißen genießen

Es ist wieder soweit. Die ersten Weintrauben sind reif und werden für die Weinherstellung geerntet. Der jüngste Wein, der süße und frisch prickelnde Federweiße, wird bald im Weinhandel zu haben sein.

In Deutschland hat offiziell die Weinlese begonnen - zumindest für die frühen Sorten. Im südpfälzischen Edesheim wurden am Mittwoch (19. August) in einem Weinberg des Winzers Ralf Anselmann Trauben der Sorte Bacchus geerntet - für den sogenannten Federweißen, den Vorboten des neuen Jahrgangs.

"Wir erwarten eine gute Qualität bei einer maximal durchschnittlichen Menge", sagte Anselmann. Weil das Jahr außergewöhnlich trocken und sonnig gewesen sei, seien die Trauben "supergesund". Andererseits seien sie wegen des Wassermangels klein und kompakt, was sehr konzentrierte, kräftige Weine erwarten lasse. Die Ertragsmenge sei aber nicht so groß wie in Jahren mit durchschnittlichem Regen. Die Hauptlese wird nach Angaben des Deutschen Weininstituts Anfang bis Mitte September beginnen.

Der Federweiße ist das erste Produkt der Weinlese. Die Bezeichnung stammt nach Auskunft des Deutschen Weininstituts (DWI) in Mainz daher, dass die Hefen des Getränks beim Schwenken im Glas wie "Federchen" tanzen. Für den prickelnden Federweißen gibt es je nach Region weitere Bezeichnungen wie "Bitzler", "Süßer", "Sauser" oder "Rauscher". Sie alle stehen für noch nicht ausgereiften Wein.

Die milchig-weiße Farbe des jungen Weins entsteht, weil beim Angären in den Fässern Hefen mit dem frischen Most reagieren. Die Hefen verwandeln den Zucker der Trauben in Alkohol und Kohlensäure. Zunächst schmeckt Federweißer sehr süß, ähnlich prickelndem Traubensaft, wird aber mit fortschreitender Gärung herber.

Wer in den kommenden Wochen frischen Federweißen kauft, sollte ihm noch ein paar Tage Zeit lassen. "Am besten man lässt ihn etwa zwei Tage bei Zimmertemperaturstehen stehen", sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Der Grund: Er braucht noch Zeit zum Gären. Mit der Zeit wird er immer trockener. Büscher empfiehlt, zwischendurch mal zu probieren - so kann jeder selbst entscheiden, wie süß oder trocken er seinen Federweißen trinken möchte. Dann kommt er in den Kühlschrank, denn kühl gelagert gärt er nicht mehr so schnell weiter.

Wegen des bei der Gärung entstehenden Kohlenstoffdioxids sind die Flaschen nicht ganz dicht verschlossen. Deshalb ist es wichtig, diese aufrecht zu transportieren und zu lagern. Klassisch passt Federweißer zum Zwiebelkuchen. Er schmeckt aber auch zur Quiche und zu zahlreichen anderen herzhaften Gerichten, erklärt Büscher.

Ein anderes Produkt, das die Winzer schon sehr früh aus noch nicht ganz reifen Trauben gewinnen, ist Verjus. Der Essigersatz lässt sich für Salatdressings oder andere Soßen nutzen.

dpa

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