+
Autsch! Schnittwunden bluten oft stark. Foto: Ole Spata

Abwaschen und Verbinden: Schnittwunden richtig behandeln

Es passiert so leicht, beim Gemüseschnibbeln etwa oder beim Rasieren: Schon hat man sich geschnitten. Und was nun? Lässt man die Wunde vom Arzt versorgen oder macht man es selbst? Und wenn man es selbst macht, wie?

Potsdam (dpa/tmn) - Kurz von der glatten Tomatenhülle abgerutscht, und schon ist es passiert: Das Messer schneidet statt ins Fruchtfleisch in den Finger. Wie geht man mit der Schnittwunde um? Die Landesapothekerkammer Brandenburg hat die wichtigsten Tipps:

Wunde reinigen: Erst einmal gilt es, die Wunde etwas ausbluten zu lassen - so können nämlich feine Schmutzpartikel herausgespült werden. Dann wäscht man die Wunde unter fließendem Leitungswasser aus - Seife sollte man dafür nicht nutzen. Anschließend tupft man die Stelle sanft trocken. Wer möchte, kann noch ein desinfizierendes Wundspray auf die Schnittstelle geben.

Ausmaß prüfen: Hört die Wunde schon nach ein paar Minuten auf zu bluten, ist in der Regel nur die oberste Hautschicht betroffen - dann kann man die Schnittstelle gut selbst versorgen. Klafft die Wunde aber auseinander und blutet länger und stärker, ist wahrscheinlich ein größeres Blutgefäß betroffen. In diesem Fall ist der Gang zum Arzt fällig. Solche tieferen Schnittverletzungen müssen häufig genäht, geklammert oder geklebt werden.

Auch auf die Begleitsymptome gilt es zu achten - Bewegungseinschränkungen etwa. Das ist möglicherweise ein Hinweis, dass auch eine Sehne verletzt wurde. Ein verletzter Nerv macht sich dadurch bemerkbar, dass es zu Lähmungen oder Gefühlsstörungen der Haut kommt. Wer solche Symptome bei sich bemerkt: Ab zum Arzt!

Wunde verschließen: Auf die Schnittwunde kommt ein Pflaster oder eine sterile Wundauflage, die mit einer Mullbinde befestigt wird. Auf diese Weise werden die Wundränder enger zusammengezogen - der Schnitt kann so schneller verheilen, erklären die Experten der Landesapothekerkammer. Luft müsse nicht an die Wunde gelangen - das sei ein Mythos. Denn das berge das Risiko von Verunreinigungen und Entzündungen.

Ist die Wunde erst einmal versorgt, prüft man dann am besten noch einmal seinen Impfschutz: Dringen Bakterien in offene Wunden, droht nämlich eine Tetanusinfektion. Die Tetanusimpfung sollte alle zehn Jahre aufgefrischt werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Behälter für Kontaktlinsen regelmäßig desinfizieren

Wer Kontaktlinsen trägt weiß: Mit den Linsen sollte man behutsam umgehen, um Dreck im Auge zu vermeiden. Doch auch die dafür vorgsehenen Behälter müssen regelmäßig …
Behälter für Kontaktlinsen regelmäßig desinfizieren

Weltweit erstes Baby mit drei Eltern geboren

Das erste Baby mit dem Genmaterial von drei Eltern ist in Mexiko zur Welt gekommen. Mit Hilfe einer neuartigen und umstrittenen Technik ist der kleine Junge gesund …
Weltweit erstes Baby mit drei Eltern geboren

Brustkrebs tut erstmal nicht weh - oder doch?

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart in westlichen Industrienationen. Doch nicht immer deuten Schmerzen auf einen Tumor hin. Abhängig vom Alter kommen auch andere …
Brustkrebs tut erstmal nicht weh - oder doch?

Nierensteine?! Dann sollten Sie Achterbahn fahren

Diese Therapie klingt verrückt: Wer an kleinen Nierensteinen leidet, sollte nach Ansicht von US-Forschern einfach mal ein paar Runden Achterbahn fahren. Wirklich. Aber …
Nierensteine?! Dann sollten Sie Achterbahn fahren

Kommentare