+
Ambrosia blüht im September und Oktober und verlängert die Leidenszeit für viele Allergiker.

Allergien und Asthma

Wissenschaftler fordern Bekämpfung von Ambrosia

Die aus Nordamerika eingeschleppte Ambrosia kann Allergien und Asthma auslösen. Die Pflanze breitet sich rasant in Deutschland aus. Experten fordern dringend politische Hilfe zur Bekämpfung.

Mit Blick auf die Ausbreitung der hochallergenen Pflanze Ambrosia schlagen Wissenschaftler für Berlin und Brandenburg Alarm. „Ohne politische Hilfe kriegen wir das Problem nicht in den Griff“, sagt Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin, am Freitag zum Abschluss einer fachübergreifenden Konferenz. „Wir fordern bundesweit eine Melde- und Bekämpfungspflicht für Ambrosia.“ Ein Aktionsprogramm wie in Berlin zeige zwar Wirkung, reiche aber nicht mehr aus. Ambrosia blüht im September und Oktober und verlängert die Leidenszeit für viele Allergiker.

Zwei Tage lang haben Biologen, Mediziner, Geologen, Meteorologen sowie Land- und Forstwirte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Berlin und Brandenburg ihr Wissen über Ambrosia ausgetauscht. „Das ist unser letzter Hilferuf“, sagt Dümmel. „Wir haben jetzt genug geforscht. Jetzt muss etwas passieren.“

Leidenszeit für Allergiker verlängert sich

Oft entwickeln sich Reaktionen auf Ambrosia schleichend über mehrere Jahre. Rund 500 Berliner Ärzte haben laut Dümmel in den vergangenen Jahren 4500 Allergietests ausgewertet. „Danach reagieren schon 12 bis 13 Prozent der Berliner sensibel auf Ambrosia, und 5 Prozent haben die Allergie bereits.“ Je mehr sich die Pflanze ausbreite, desto eher wachse auch das Allergie-Risiko.

So weit wie in Ungarn, Italien oder Frankreich wollen es die deutschen Experten nicht kommen lassen. Der Klimawandel habe dort dazu geführt, dass Ambrosia sich ungehemmt ausbreitete. Inzwischen litten dort mehr Allergiker darunter als unter Birkenpollen, berichtet Dümmel. Nur die Schweiz habe konsequent die Notbremse gezogen. Seit 2005 gebe es dort eine Melde- und Bekämpfungspflicht. „Die haben da jetzt kein Ambrosia-Problem mehr.“

Die zehn besten Tipps bei Heuschnupfen

Die zehn besten Tipps bei Heuschnupfen

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sport für Kinder und Erwachsene

Eltern sind oft viel damit beschäftigt, die Freizeitaktivitäten ihrer Kinder zu organisieren. Das eigene Fitnessprogramm kommt dabei schnell zu kurz. Gemeinsame …
Sport für Kinder und Erwachsene

Sind Deos mit Aluminium doch krebserregend?

Aluminium in Deos und Kosmetika steht im Verdacht, schädlich für die Gesundheit zu sein. Nun haben Schweizer Forscher neue ernst zunehmende Hinweise gefunden.
Sind Deos mit Aluminium doch krebserregend?

Schwankende Sehschärfe kann Warnzeichen für Diabetes sein

Neben Durst, starkem Harndrang oder trockener Haut können auch die Augen Indizien für Diabetes liefern. Wenn sich die Sehschärfe im laufe des Tages verändert, sollte ein …
Schwankende Sehschärfe kann Warnzeichen für Diabetes sein

Achtung! Darum können einige Mohnbrötchen gefährlich sein

Karlsruhe - Vorsicht, wer gerne eine Mohnbrötchen frühstückt: Von manchen Brötchen sollten Sie lieber die Finger lassen. Damit hätten Sie nicht gerechnet. 
Achtung! Darum können einige Mohnbrötchen gefährlich sein

Kommentare