Alzheimer
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Bislang ist Alzheimer unheilbar. 

Impfung gegen Eiweiß-Plaques

Alzheimer: Forscher hoffen auf Impfstoff

Eine Impfung gegen Alzheimer könnte in Zukunft, laut Wissenschaftlern, den Gedächtnisverlust bei Betroffenen aufhalten. Erste Studienergebnisse machen Hoffnung.   

Wissenschaftler setzen bei der Alzheimer-Krankheit die größten Hoffnungen auf eine Impfung. „Man kann den Gedächtnisverlust mit der Impfung aufhalten“, fasste Christian Haass, Leiter des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen, am Donnerstag in München entsprechende Studienergebnisse zusammen. „Ich glaube, dass man hier auf dem richtigen Weg ist.“

Auch der Direktor der Klinik für Psychiatrie des Uniklinikums München, Peter Falkai, sprach vom derzeit vielversprechendsten Ansatz. „Da bewegt sich etwas.“ Eine Prognose, wann Alzheimer gut behandelt oder gar geheilt werden könne, sei aber nicht möglich. „Wenn es gut läuft, ist es in 10 Jahren möglich, Menschen in einer frühen Phase auf Kassenkosten zu impfen“, meinte Hans Förstl, Direktor der Klinik für Psychiatrie des Klinikums der Technischen Universität (TU) München. Falkai sprach von 10 bis 15 Jahren.

Zwar handelt es sich bei Alzheimer nicht um eine Infektion, der Mechanismus der Impfung funktioniert aber ähnlich, nämlich über eine Immunisierung gegen das Peptid Amyloid. Dieses bildet als Abbauprodukt im Gehirn Eiweiß-Plaques, die den Gedächtnisverlust verursachen. Nach der Impfung aktivieren Antikörper Fresszellen, die die Plaques entfernen.

Bei Mäusen habe sich gezeigt, dass die Plaques durch die Impfung aufgelöst werden, sagte Haass. Dieses Ergebnis hätten auch erste Studien an Patienten erbracht, jedoch habe sich Gedächtnisverlust bei bereits länger erkrankten Patienten nicht stoppen lassen. Bei der Immunisierung von Menschen in einem frühen Stadium habe der Gedächtnisverlust hingegen gestoppt werden können. „Wenn wir den Zeitpunkt verpasst haben, bei dem die Kettenreaktion beginnt, ist es zu spät“, sagte Haass.

Derzeit hoffen die Forscher auf neue Erkenntnisse aus einer umfangreichen Studie auf Island. Es gebe dort Familien, die aufgrund einer Genmutation nicht an Alzheimer erkrankten.

Der Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer (1864-1915) hatte in München seine Entdeckungen zu der später nach ihm benannten „eigenartigen Krankheit der Hirnrinde“ gemacht. Zu seinem 100. Todestag am 19. Dezember erinnern Wissenschaftler an den Forscher.

dpa

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