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Ambrosie blüht im September und Oktober und verlängert die Leidenszeit für viele Allergiker.

Allergie und Asthma

Ambrosie breitet sich rasant aus 

Die aus Nordamerika eingeschleppte Ambrosie kann Allergien und Asthma auslösen. Schon wenige Pollen genügen. Doch in Europa fühlt sich die Pflanze einer Studie zufolge besonders wohl.

Schlechte Nachricht für Allergiker: Die ursprünglich in Amerika heimische Beifuß-Ambrosie - auch Traubenkraut genannt - fühlt sich in Europa besonders wohl und wird sich nach Erwartungen von Wissenschaftlern noch stärker ausbreiten als bisher erwartet. Die europäischen Populationen hätten sich weiterentwickelt und seien fitter geworden, berichteten Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Goethe-Universität Frankfurt am Mittwoch. Die Forscher fordern eine nationale Strategie zur Bekämpfung der hochallergenen Pflanze.

Risiko für Allergiker

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), auch Beifußblättriges Traubenkraut oder Ambrosia genannt, profitiere vom Klimawandel. „Sie hat sich vermutlich aber auch evolutionär verändert“, sagte Oliver Tackenberg von der Goethe-Universität Frankfurt. Die europäischen Samen seien nicht nur deutlich größer als die der amerikanischen Pflanzen, auch ihre Keimrate sei mit 92 Prozent fast doppelt so hoch. Europäische Jungpflanzen vertragen nach den Untersuchungen der Wissenschaftler außerdem mehr Frost.

Keine natürlichen Feinde

Eine Erklärung könne sein, dass Krankheitserreger oder natürliche Feinde hierzulande fehlten. „Damit ist zum Beispiel die Produktion chemischer Abwehrstoffe nicht mehr notwendig. Die freiwerdenden Ressourcen können in die Fortpflanzung gesteckt werden und in Form größerer Samen zu schnellerem Wachstum und einer erhöhten Konkurrenzkraft führen“, vermutet Tackenberg.

Während das unscheinbare Kraut in Deutschland noch vergleichsweise selten vorkommt, ist es im Südosten Europas schon fester Bestandteil der Vegetation. „Wir müssen so schnell wie möglich aktiv werden“, fordert BiK-F-Forscherin Marion Leiblein-Wild, Mitautorin der Studie. Nötig sei eine nationale Strategie wie in der Schweiz, wo jeder Bürger gesetzlich verpflichtet sei, Ambrosia-Vorkommen zu melden. In Deutschland gehe bisher jedes Bundesland anders mit dem Thema um.

dpa

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