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Nicht immer kann man als Patient sicher sein, die bestmögliche Behandlung zu erhalten.

Ergebnisse mit Spannung erwartet

AOK-Statistik über Behandlungsfehler

Berlin - Kann man als Patient sicher sein, so gut wie möglich behandelt zu werden? Nicht immer, kritisiert die AOK. Nun gibt eine neue Statistik Einblicke in jüngste Entwicklungen bei Behandlungsfehlern.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Patientenbeschwerden über mögliche Behandlungsfehler geprüft. Knapp 14.600 Mal wurden entsprechende Gutachten erstellt, das waren rund 2000 mehr als im Vorjahr, wie der Medizinische Dienst des Kassenspitzenverbandes (MDS) am Dienstag in Berlin mitteilte. Die Zahl der tatsächlichen Fehler ist aber gesunken: Der Verdacht bestätigte sich nur in jedem vierten Fall.

Weniger Behandlungsfälle als 2012

Die Zahl der bestätigten Behandlungsfehler ging demnach 2013 auf rund 3700 zurück - das waren rund 200 Fälle weniger als im Vorjahr. Die meisten Fehler passierten beim Einsetzen künstlicher Hüft- und Kniegelenke, bei der Wurzelbehandlung von Zähnen oder auch bei Wirbelsäulen-Operationen.

Die deutliche Zunahme der Patientenbeschwerden zu möglichen Ärztefehlern führt der stellvertretende MDS-Geschäftsführer Stefan Gronemeyer "auf die Aufklärungsarbeit der vergangenen Jahre und die gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit" zurück. Zudem zeige das neue Patientenrechtegesetz Wirkung. Das Gesetz hat den Anspruch gesetzlich Versicherter auf Unterstützung durch die Kassen bei Behandlungsfehlern gestärkt und räumt ihnen mehr Möglichkeiten zur Durchsetzung von Schadensersatzforderungen ein.

Gut 30 Prozent der vermuteten Behandlungsfehler betrafen demnach niedergelassene Ärzte, in knapp 70 Prozent der Fälle richtete sich der Verdacht gegen Krankenhäuser. Die meisten Vorwürfe wurden im Zusammenhang mit Operationen erhoben. Betroffen waren vor allem die Orthopädie und Unfallchirurgie.

Der Medizinische Dienst der Kassen mahnte bei der Interpretation der Zahlen zur Vorsicht. "Eine hohe Zahl an Vorwürfen bedeutet nicht automatisch eine hohe Zahl an Behandlungsfehlern", erklärte Astrid Zobel vom Prüfdienst in Bayern. Ohnehin geht der MDK von einer hohen Dunkelziffer aus, weil Fehler einerseits nicht erkannt werden oder Patienten dem Verdacht gar nicht nachgehen. Zudem wenden sich Patienten oft direkt an die Schlichtungsstellen der Ärztekammern.

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, erklärte, angesichts von jährlich fast 700 Millionen Behandlungsfällen im ambulanten Bereich und mehr als 18 Millionen Fällen in den Kliniken bewege sich die Zahl der bestätigten Behandlungsfehler "im Promillebereich". Die Fehler würden "nicht unter den Tisch" gekehrt. Auch der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, betonte, in den Kliniken werde inzwischen offen mit Fehlern umgegangen.

Personalmangel in Krankenhäusern?

Der Gesundheitsexperte der Linken im Bundestag, Harald Weinberg, sieht Personalmangel als einen Hauptgrund für Behandlungsfehler. Die Krankenhäuser seien "gezwungen, am Personal zu sparen", um nicht im Wettbewerb unterzugehen.

Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn warb für eine "neue Fehlerkultur". Diesem Ziel diene auch das von der Koalition geplante Qualitätsinstitut für das Gesundheitswesen.

Die Grünen forderten erneut einen Haftungsfonds für Fälle mit schwerwiegenden Schäden, aber unklarer Ursache. Notwendig seien zudem "Beweiserleichterungen bei allen Behandlungsfehlern", erklärte die grüne Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink.

Nach wie vor liegt die Beweislast bei Behandlungsfehlern grundsätzlich beim Patienten. Lediglich bei groben Behandlungsfehlern müssen die behandelnden Ärzte nachweisen, dass der Fehler nicht die Ursache des Schadens war.

AFP

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