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Einsatz im Alltag: Schmerzt der Daumen, werden viele Dinge schwierig.

Konservative Therapien

Arthrose: Akupunktur oder Arthoskopie?

Akupunktur oder Arthroskopie? Selbst einen Knopf zu schließen, ist bei einer starken Arthrose im Daumensattelgelenk schwierig.

Ist der Gelenkverschleiß noch nicht weit fortgeschritten, gibt es einige Möglichkeiten, die Beschwerden zumindest für einige Zeit zu lindern. So kann das Tragen einer Sattelgelenksschiene die Schmerzen verringern. Zudem erhalten die Patienten dann oft Schmerzmittel als Tabletten oder in den Daumen gespritzt. Hilfreich kann zudem eine Beratung durch einen Ergotherapeuten sein, wie man Bewegungen vermeidet, die das Gelenk stark beanspruchen. Auch Akupunktur kann helfen, die Schmerzen zu verringern. Zudem gibt es die Möglichkeit, die entzündete Gelenkhaut arthroskopisch zu glätten oder zu entfernen. Das kann das Fortschreiten der Erkrankung zwar nicht verhindern, die Schmerzen aber eine Zeitlang lindern.

Vorsicht vor Kortison!

Im Röntgenbild wird der Verschleiß erkennbar.

Angeboten werden oft auch gelartige Substanzen wie Hyaluronsäure, die in das Gelenk gespritzt werden. Doch wirken sie nicht langfristig oder bei stärkerer Arthrose. Der Patient muss die Behandlung zudem selbst bezahlen. Auch Stoßwellen und Ultraschall sind nach der Erfahrung des Handchirurgen Dr. Kai Megerle langfristig wenig wirksam.
Vermeiden sollte man zudem häufige Kortisonspritzen. Diese können zwar Entzündungen lindern, doch meist nur vorübergehend. „Das Mittel kann keine Dauerlösung sein“, sagt Megerle. Zumal es langfristig zusätzliche Schäden anrichtet, da es das Gewebe um das Gelenk herum schrumpfen lässt und jede Injektion in das Gelenk ein Infektionsrisiko bedeutet.

Nerven durchtrennen

Ist das Gelenk chronisch entzündet, raten Orthopäden auch zu einer Radiosynoviorthese. Dabei wird ein radioaktiver Wirkstoff mit einer Punktionsnadel in das Gelenk gespritzt. Dieser wirkt nur lokal, die verwendeten Beta-Strahlen reichen nicht bis in das gesunde Gewebe. Das Medikament führt dazu, dass sich die entzündete Gelenkhaut in Bindegewebe umwandelt. Bei starken Schmerzen kann man zudem versuchen, die Nervenäste, die Schmerzen weiterleiten, zu durchtrennen.

Sonja Gibis

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