Bluthochdruck?
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Die Hälfte der 35- bis 64-Jährigen haben zu hohen Blutdruck.

Risiko für die Gefäße

Bluthochdruck ist Volkskrankheit

Bei mehr als der Hälfte der 35- bis 64-Jährigen in Deutschland liegt der Wert bereits über der Grenze, bei der Mediziner von Bluthochdruck sprechen.

Etwa 40 Prozent der Frauen hat nach den Wechseljahren erhöhten Blutdruck. 20 bis 30 Prozent aller Betroffenen wissen gar nichts von ihrer Erkrankung, denn es gibt keine eindeutigen Symptome, bis sich die ersten Schäden zeigen. Die Folgen eines langfristigen Bluthochdrucks können jedoch verheerend sein.

Die Ursache für den Ausbruch der Krankheit ist in 95 Prozent der Fälle nicht eindeutig zu klären. Sicher ist, dass beim größten Teil der Hypertoniker erbliche Anlagen eine große Rolle spielen.

Die Manifestation der Erkrankung wird jedoch durch eine Reihe von Faktoren wie Übergewicht, Stress, Alkohol oder falsche Ernährung begünstigt. Faktoren, die sich Betroffene größtenteils selbst „zufügen“, für die sie selbst verantwortlich sind. Die sie jedoch auch ändern können.

Symptome für Bluthochdruck

Symptome wie Kopfschmerzen, Nasenbluten, Schwindel und ein gerötetes Gesicht werden häufig mit Bluthochdruck in Verbindung gebracht. Zwar können diese Beschwerden bei Menschen mit Hypertonie auftauchen, sind aber kein eindeutiges Zeichen für eine Erkrankung.

So checken Sie den Blutdruck

Lediglich die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks durch spezielle Blutdruckmessgeräte schafft Gewissheit. Die Geräte gibt es für Oberarm, Handgelenk und Finger. Messungen am Oberarm sind am genauesten. Dabei ist zu beachten, dass die Manschette des Gerätes, die um den Oberarm gebunden wird, die richtige Breite hat. Die Standardmanschette ist 12 bis 13 Zentimeter breit, bei größerem Armumfang (mehr als 33 cm) ist eine breitere Manschette erforderlich, da bei diesen Patienten sonst ein zu hoher Blutdruck festgestellt wird.

Außerdem ist es wichtig, den Blutdruck im Sitzen nach mehreren Minuten Ruhe zu messen.

Ob eine Hypertonie-Gefährdung vorliegt, kann man auch am Umfang des eigenen Bauches messen. Bis vor kurzer Zeit galt vor allem der Body-Mass-Index (BMI) als Indikator: Je größer der BMI, desto höher die Gefährdung. Heute weiß man, dass der Bauchspeck das Risiko für Bluthochdruck genauer angibt. Er lässt sich am besten durch das Verhältnis zwischen Taillenumfang und Hüftumfang angeben. Bei Männern gilt: Ist der Bauchumfang größer als 94 Zentimetern, dann ist bereits ein Verhältnis zwischen Taille und Hüfte von mehr als 1,0 kritisch. Beträgt der Bauchumfang bei Frauen mehr als 80 Zentimeter, dann ist ein Taille-Hüft-Verhältnis von mehr als 0,85 ein Anzeichen für eine Hypertonie-Gefährdung.

Hypertonie ist vermeidbar

Schäden durch Hypertonie sind weitgehend vermeidbar, wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und der zu hohe Blutdruck durch eine entsprechende Therapie dauerhaft gesenkt wird. Keine leichte Aufgabe. Schädigungen durch Bluthochdruck erfolgen schleichend und nahezu unbemerkt. Viele Hypertoniker leben jahrelang mit der Krankheit, ohne es zu wissen. Das ist natürlich nicht ungefährlich für die Patienten. Denn je länger die Krankheit unbehandelt bleibt, desto schwieriger kann es für den Arzt sein, sie in den Griff zu bekommen und eventuelle Organschäden insbesondere an Herz, Gehirn und Nieren zu vermeiden. Die Behandlung von Bluthochdruck darf sich jedoch nicht nur auf Medikamente beschränken. Die Änderung der Lebens- und Essgewohnheiten hin zu einem gesünderen Lebensstil ist ebenso wichtig. Bluthochdruck wird immer noch als eine Art „Bagatellkrankheit“ empfunden und damit unterschätzt, denn die Folgen können schwerwiegend sein: Rund 400 000 Menschen sterben jährlich an Herzinfarkten, Schlaganfällen und Arterienverkalkung – Folgen fortgeschrittener Hypertonie.

Wie kommt es dazu? Die Blutgefäße sind aufgrund der ständigen Druckerhöhung einer enormen Belastung ausgesetzt, die langfristig zu gefährlichen Schädigungen der Gefäßwand führt. Plaques in den Gefäßwänden und Abscheidungen von Blutplättchen können zu einer kritischen Einengung bis zum Verschluss eines Gefäßes führen, es droht ein Infarkt – eine Verkettung sehr unglücklicher Umstände.

Viele Menschen verbinden eine Hypertonieerkrankung mit Herzproblemen. Doch insbesondere das Gehirn und auch die Nieren können durch die Krankheit in Mitleidenschaft gezogen werden und schlimmstenfalls irreparable Schäden (zum Beispiel Schlaganfall oder dialysepflichtige Niereninsuffizienz) erleiden. Eine frühe Nierenschädigung als Folge des Hochdrucks geht häufig mit einer erhöhten Eiweißausscheidung einher. Eine erhöhte Eiweißkonzentration im Urin lässt sich mittels eines Teststreifens leicht aufzeigen, der in jeder Apotheke zu kaufen ist.

mm/tz

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