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Brillen aus dem 3D-Drucker sind in Deutschland auf dem Vormarsch.

Für mehr Sehvermögen

Gibt es bald nur noch Brillen aus dem 3D-Drucker?

Fast jeder Zweite in Deutschland trägt eine Brille. Einige davon kommen schon aus dem 3D-Drucker, Tendenz steigend. Auf der Optikmesse in München werden die Brillen gleich passend zur Nasenform gedruckt.

Brillen aus dem 3D-Drucker sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Nach anfänglicher Skepsis bieten einige Optikgeschäfte bereits gedruckte Brillengestelle nach den Wünschen des Kunden an. „Der 3D-Druck hat keinen Exotenstatus mehr und wird seinen Platz am Markt finden“, sagt Ingo Rütten vom Zentralverband der Augenoptiker. Richtig in Schwung soll das Geschäft durch die individuelle Anpassung der gedruckten Brillengestelle an die Gesichtsform kommen: Auf der Optikmesse opti in München (15. bis 17. Januar) stellt das hessische Unternehmen Framelapp einen Kopf-Scanner vor, der die Form der Nase und andere Merkmale des Gesichts erfasst und den Drucker mit diesen Daten speist.

„Der 3-Druck wird die Optikbranche über kurz oder lang revolutionieren“, meint Geschäftsführer Hendrik Wieburg, der im Auftrag von Optikgeschäften mehrere tausend Brillen pro Jahr per 3D-Druck herstellt. Gemessen am gesamten Markt ist das zwar noch sehr wenig - die großen Mitspieler verfolgen die Entwicklung aber genau: Brillengestelle aus dem 3D-Drucker seien eine spannende technologische Entwicklung, heißt es beim Online-Brillenhändler Mister Spex.

Zahl der Brillenträger in Deutschland wächst

„Noch bieten wir keine Brillengestelle aus dem 3D-Drucker an, evaluieren aber regelmäßig die relevanten Technologien“, sagt Gründer und Geschäftsführer Dirk Graber. Ähnlich äußert sich Konkurrent Brille24. Auch die größte Augenoptiker-Kette Fielmann mit ihren rund 700 Niederlassungen behält die 3D-Technologie im Blick: „Wir beobachten die Entwicklung“, sagt Vorstandsmitglied Stefan Thies. Für Design-Brillen und Prototypen sei der 3D-Druck bereits interessant.

Als Knackpunkt für den Massenmarkt gilt bislang unter anderem der Preis von rund 300 Euro für ein Brillengestell. Für stationäre Optiker könnte der Kopf-Scanner in Kombination mit einem Brillen-Drucker aber eine Chance sein, die Kunden in die Geschäfte zu locken. Denn in den vergangenen Jahren haben immer mehr Menschen ihre Brille im Internet bestellt: 2014 wurden nach Angaben des Augenoptikerverbandes 650 000 Korrektionsbrillen online verkauft - fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Grundsätzlich muss sich die Optikbranche in nächster Zeit aber keine Sorgen um ihre Kunden machen: Rund 40 Millionen Menschen tragen in Deutschland einer Allensbach-Studie zufolge eine Brille. Die Alterung der Gesellschaft spielt den Optikern in die Hände: Selbst wer als junger Mensch keine braucht, muss meist ab Mitte 40 beim Lesen zur Brille greifen. Bei den 45- bis 59-Jährigen liegt der Anteil der Brillenträger bereits bei 73 Prozent und steigt danach weiter an.

Aber auch bei jüngeren Leuten ist der Anteil der Brillenträger in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Wie sich der Smartphone-Boom auf das Sehvermögen auswirkt, ist unter Experten noch immer umstritten: Langzeit-Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen der Geräte stehen noch aus. Aber ein Spaziergang ist das permanente Fixieren eines kleinen Monitors für die Augen wohl nicht.

Von Daniela Wiegmann, dpa

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