Der Psychiater Alheimer brachte Hirnveränderungen und Gedächtnisschwund als Erster in Zusammenhang. Foto: Jens Kalaene
+
Der Psychiater Alheimer brachte Hirnveränderungen und Gedächtnisschwund als Erster in Zusammenhang. 

Die Alzheimer-Krankheit - häufigste Form der Demenz

Betroffene ringen um Worte, erkennen die Familie nicht mehr: Alois Alzheimer, der vor 100 Jahren starb, erklärte dieses unselige Vergessen mit Hirnveränderungen. Heilung gibt es bis heute nicht.

In Deutschland haben etwa 1,5 Millionen Menschen Alzheimer oder eine andere Demenzerkrankung. Unter Demenz werden verschiedene Leiden zusammengefasst, bei denen die geistige Leistungsfähigkeit sehr stark zurückgeht. Die weitaus meisten Betroffenen haben Alzheimer.

Symptome: Bei Alzheimer sterben Hirnzellen ab. Das Gedächtnis geht verloren, das Wesen wird verändert. Im fortgeschrittenen Stadium weiß ein Patient nicht, wo er sich befindet und wer er ist. Viele Erkrankte erkennen ihre Angehörigen nicht mehr, manche werden aggressiv. Oft ist eine Beaufsichtigung rund um die Uhr nötig.

Ursache: Es ist unklar, was genau im Gehirn passiert. Eiweißfragmente (Amyloid-Peptide) lagern sich im Hirn ab. Die Zellen schaffen es nicht, diese Plaques loszuwerden. Sie stören die Reizübertragung zwischen Hirnzellen, diese werden funktionsuntüchtig und sterben ab.

Therapie: Es gibt weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel gegen Alzheimer. Medikamente haben einen nur geringen Effekt; sie können die Beschwerden allenfalls hinauszögern oder etwas lindern. Auch kognitives Training oder etwa Musiktherapie werden angewandt.

Alter: Das Risiko, an Demenz wie Alzheimer zu erkranken, steigt mit dem Alter. Nur wenige Menschen sind vor dem 65. Lebensjahr betroffen. Von den 85- bis 89-Jährigen leidet nach Auskunft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft jeder Vierte an Demenz. In der Gruppe ab 90 Jahren sind es den Angaben zufolge bereits etwa 40 Prozent.

Anstieg: Nach dem Welt-Alzheimer-Bericht 2015 wird sich die Zahl der Betroffenen global bis zum Jahr 2050 fast verdreifachen. Schon heute erkranke daran alle 3,2 Sekunden irgendwo auf der Erde ein Mensch, so der Bericht der Organisation Alzheimer Disease International (ADI). Derzeit sollen weltweit etwa 47 Millionen Menschen betroffen sein.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Fischkochbuch vom Oberland

Fischkochbuch vom Oberland

Fischkochbuch vom Oberland
Gustav Klimt: Vier Teelichtgläser mit Künstlermotiven im Set

Gustav Klimt: Vier Teelichtgläser mit Künstlermotiven im Set

Gustav Klimt: Vier Teelichtgläser mit Künstlermotiven im Set
Peiting backt - Süßes aus dem Pfaffenwinkel

Peiting backt - Süßes aus dem Pfaffenwinkel

Peiting backt - Süßes aus dem Pfaffenwinkel
Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat

Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat

Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat

Meistgelesene Artikel

Migräne: Forscher entschlüsseln Ursache 

Migräne ist unberechenbar. Betroffene leiden unter heftigen Schmerzen. Ein Forscherteam hat nun neue Hinweise auf die Ursache der Kopfschmerzattacken gefunden.  
Migräne: Forscher entschlüsseln Ursache 

Der Blutkrebs des Alters

Das Multiples Myelom ist eine seltene, aber bösartige Tumorerkrankung. Es gehört zu häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark. Nun gibt es bessere Therapien für den …
Der Blutkrebs des Alters

Zuckerfreie Bonbons: Mundtrockenheit entgegenwirken

Das fühlt sich unangenehm an: Der Mund ist trocken, die Zunge klebt quasi am Gaumen. Das muss aber nicht sein, denn es gibt einfache Hilfsmittel gegen Mundtrockenheit.
Zuckerfreie Bonbons: Mundtrockenheit entgegenwirken

Diese Snacks sind gut für Gelenke und Herz

Walnüsse, Orangen oder Birnen gehören nach Ansicht von US-Forschern unbedingt auf Ihren Teller. Denn diese Nahrungsmittel schützen den Körper im Alter.
Diese Snacks sind gut für Gelenke und Herz

Kommentare