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Feuchtes Vergnügen: Duschen.

Nicht übertreiben!

Zu häufiges Duschen schadet der Haut

Für viele ist es das Morgen-Ritual: Nach dem Aufstehen geht es gleich ab unter die Dusche. Shampoo und Duschgel kommen zum Einsatz. Doch Vorsicht! Zu viel Sauberkeit schadet der Haut, warnen Ärzte.

Gerade mit den sommerlichen Temperaturen wächst das Bedürfnis nach einem Frischekick. Dann kommt zur morgendlichen Routine noch eine extra Dusche dazu. Was viele von uns als wunderbar empfinden, ist für die Haut absoluter Stress. Juckreiz, schuppige oder gerötete Haut sind die Folge. Im schlimmsten Fall kann die Liebe zur Sauberkeit sogar Ekzeme verursachen.

"Zwei bis drei Mal Duschen in der Woche genügt", sagt Prof. Tilo Biedermann, Direktor der Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München. "Wer jeden Tag Sport macht und sich danach duscht, kann ein Problem bekommen."

Der Grund: Wasser und Seife können die sogenannte Hautbarriere schwächen. Dieser Schutzmantel der Haut baut sich aus vielen Faktoren auf. Ist sie zerstört, haben Keime, Pilze und Viren ein leichtes Spiel, in die Haut und in unseren Körper einzudringen. 

Die äußerste Schicht heißt Hornschicht und besteht aus Hornzellen, die von Fettmolekülen, sogenannten Lipiden, umgeben ist. Umgangssprachlich wird diese Schicht auch Hornhaut genannt. Der Säureschutzmantel liegt auf der Hautoberfläche, ein leicht säuerlicher Film aus Schweiß und Talgdrüsensekreten. Bei Babys bildet sich der Säureschutzmantel erst einige Wochen nach der Geburt. Gesunde Haut ist glatt und geschmeidig. Sie hat einen Säureschutzfilm mit einem pH-Wert 5. Ist die Barriere jedoch beschädigt, wird die Haut trocken und spröde. Krankheitserreger können leichter eindringen.

Eine heiße Dusche lässt die Hornschicht der Haut aufquellen und löst den Fettanteil aus der Haut. "Seife entzieht der Haut dazu noch Fett und Feuchtigkeit", erklärt Prof. Biedermann. Wer seiner Haut beim Duschen oder Baden etwas Gutes tun will, für den hat der Experte eine einfache Regel parat: "Zu oft, zu heiß und zu lange - das kann für die Haut schädlich sein." 

So duschen Sie richtig

Damit Hautbarriere und Säureschutzfilm der Haut intakt bleibt, sollte man beim Duschen folgende Tipps beachten: 

  • Kurz und nicht zu heiß: Wasser mit Temperaturen über 35 Grad lassen die Hornschicht aufquellen und zerstören so den natürlichen Schutzfilm der Haut. Je kürzer und kälter das Brausen, um so besser. Schon vier Minuten schädigen den Schutzfilm der Haut. Duschen ist besser als Baden.
  • Dreimal pro Woche Duschen genügt: Besonders viele Schweißdrüsen sitzen in den Achselhöhlen und an den Füßen. Für die tägliche Hygiene reicht es nach Meinung von Hautärzten aus, sich täglich nur an diesen Stellen zu waschen.
  • Seife und Duschgel laugen aus, weil sie vor allem das Fett aus der Haut lösen. "Je weniger Schaum, umso besser", rät Prof. Tilo Biedermann seinen Patienten. 
  • Es gibt hautschonende Duschmittel mit einem pH-Wert von 5,5, die den Schutzfilm der Haut erhalten können. Hierbei kommt es auch auf die Menge an. Eine haselnussgroße Portion reicht völlig aus. Auf Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe achten. Vorsicht ist auch bei Peelings geboten. Sie entfernen den Schutzfilm und greifen auch die oberste Hautschicht, die Hornschicht an. Außerdem sollten Verbraucher auch darauf achten, ob Mikroplastik in den Produkten enthalten ist.
  • Auch antibakterielle Seifen sind unnötig. Eine milde Seife reicht völlig aus.

So trocknen Sie sich nach dem Duschen richtig ab

Ist die Haut empfindlich oder auch schon etwas gereizt, sollte man sich keinesfalls mit dem Handtuch trocken rubbeln, sondern sanft abtupfen.

Eincremen nach dem Duschen ist wichtig. "Beim Rückfetten geben wir der Haut das zurück, was wir ihr entzogen haben", sagt Prof. Biedermann. Dabei muss jeder ganz persönlich herausfinden, welche Creme seine Haut am besten verträgt. Das hängt vom Hauttyp ab.

ml

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