Schönheits-Trend 

Brustvergrößerung: Eigenfett statt Implantat

Bei Brustvergrößerungen setzen Frauen immer häufiger auf sanftere Methoden - sie nutzen Eigenfett anstelle von Implantaten. Eine mögliche Ursache für diesen Trend ist Experten zufolge der PIP-Skandal.

Bei Brustvergrößerungen setzen Frauen zunehmend auf Eigenfett statt auf Implantate. Der Anteil der Eigenfett-Operationen lag 2014 bei 13 Prozent und war damit doppelt so hoch wie 2012. Das geht aus einer am Donnerstag in Berlin vorgestellten Umfrage der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) hervor.

„Wir denken, die Gründe sind vielfältig, mit dem steigenden Bekanntheitsgrad der Option einer Eigenfetttransplantation wird diese Möglichkeit auch vor dem Hintergrund von PIP sicher verstärkt genutzt“, erklärte Geschäftsführerin Kerstin van Ark. Die Effekte verstärkten sich vermutlich gegenseitig.

2010 war bekanntgeworden, dass die französische Firma PIP reißanfällige Implantate mit billigem Industriesilikon gefüllt hatte. In Deutschland sind mehr als 5000 Frauen betroffen.

Eine steigende Nachfrage nach Eigenfett-Operationen hatte Anfang September auch die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) vermeldet. Eigenes Gewebe gilt als besonders verträglich und nebenwirkungsarm.

Nach Angaben der Fachgesellschaft DGPRÄC gehören Brustvergrößerungen bei Frauen nach Faltenbehandlungen mit Botox und anderen Füllsubstanzen zu den beliebtesten Eingriffen. Den Berechnungen zufolge gab es 20 850 Brustvergrößerungen mit Implantaten und etwa 3000 Eingriffe mit Eigenfett.

Weit oben auf der Liste der gefragtesten Operationen stehen demnach auch Augenlidstraffungen, Fettabsaugungen und Brustverkleinerungen. Die Männer entschieden sich vor allem für Korrekturen ihrer Brüste, Fettabsaugungen, Augenlidstraffungen und Nasenkorrekturen.

Insgesamt errechnete die DGPRÄC für 2014 rund 138 500 Schönheitsoperationen und 143 000 Faltenunterspritzungen. Die Umfrage 2014 basiert auf Angaben von 318 Mitgliedern. Die Ergebnisse wurden auf die 1030 in Deutschland aktiven Mitglieder hochgerechnet. Über 95 Prozent der Plastischen Chirurgen in Deutschland sind den Angaben zufolge in der DGPRÄC organisiert. 

dpa

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