Zeigte immer wieder praktische Wege auf: Dr. Walter Fischer.

Wenn der Frühling Tränen in die Augen treibt

Experten über Heuschnupfen

Experten benatworten wichtige Fragen zum Teham Heuschnupfen. Woher er kommt, was man dagegen tun kann und welche Heilungschancen es gibt.

Die Experten, Prof. Dr. Friedrich Bahmer, Direktor der Hautklinik am Klinikum Bremen-Mitte, und der Pneumologe und Allergologe, Dr. Walter Fischer aus Verden beantworteten in der Gesundheitssprechstunde eine Vielzahl von Fragen zum Thema Heuschnupfen.

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Familie R. aus Syke: Unser Sohn (acht Jahre) leidet seit ca. drei Jahren im Frühjahr unter Heiserkeit, Husten, Kopfschmerzen und verstopfter Nase. Bei ihm ist eine asthmoide Bronchitis bekannt. Unser Kinderarzt hat Cedirizin verschrieben. Dadurch wird es besser. Es wurde Blut abgenommen, außer IGE-AK Mischallergene ist alles andere okay! Unser Kinderarzt meinte, es bestehe keine Allergie. Das kann doch gar nicht sein! Zurzeit hat er wieder Probleme. Ich habe auch gelesen, dass Cedirizin als Dauermedikation keine Lösung sei, da es irgendwann auch zu einer Nierenerkrankung führen kann.

Prof. Bahmer: Soweit ich das beurteilen kann, sollte nicht nur eine Blutuntersuchung, sondern auch eine Hauttestung durchgeführt werden. Außerdem müssten andere Ursachen ausgeschlossen werden. Vielleicht sollten Sie Ihren Sohn noch bei einem allergologisch versierten Kinderarzt vorstellen.

Herr B. aus Sulingen: Ich nehme seit Januar 2005 täglich drei Oralvac-Tropfen (25% B 2 Gräser, 45% Birkenpollen, 30% Roggenpollen). Nach einer Blutuntersuchung im November 2006 haben sich wie folgt Antikörper entwickelt: Birke von 57,5 Kilounits/Liter auf 100, Roggen von 8,92 auf 25,7, Gräser von 15,5 auf 29,0. Subjektiv stelle ich eine erhebliche Verbesserung ab Ende Mai im Vergleich zum vergangenen Jahren fest.

Seit einigen Jahren habe ich allerdings „Atmungsprobleme“ und Augenjucken in den Monaten März bis Mai. In diesem Jahr bereits in der letzten Januar-Woche. Die Fragen: Was halten Sie von dem Medikament Oralfac? Sollte ich die obige Mischung absetzen und mir eine neue gegen Frühblüher verschreiben lassen?

Prof. Bahmer bei der Beantwortung von E-Mails.

Prof. Bahmer: Das Präparat Oralvac ist o.k., allerdings kann man die Wirkung dieser Behandlung nicht an den Blutwerten ablesen, sondern nur an der Besserung der Beschwerden! Außerdem braucht die Umstimmung des Immunsystems auch längere Zeit, in der Regel Monate oder auch mal Jahre. Da Sie seit 2005 behandeln, müsste eigentlich eine Wirkung festzustellen sein. Bei Beschwerden kommen die üblichen Mittel (Antihistaminica) auch zusätzlich in Betracht. Besprechen Sie die zusätzliche Therapie doch nochmals mit Ihrem Arzt.

Unterschied zwischen Sensibilisierung und Allergie

Frau Dierks (69) aus Bücken: Sie sagt, sie sei allergisch. Sie hatte in den letzten drei Tagen schwere Arme und schwere Beine (Allgemeinsymptome), aber weder allergischen Schnupfen noch Augentränen noch asthmatische Beschwerden. Sie sei aber allergisch gegen Dinge, dies steht im Allergiepass.

Dr. Fischer: Lediglich Allgemeinsymptome bei einer angenommenen Frühblüherallergie sind eher selten. Die so genannten Inhalationsallergene, zu denen in erster Linie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare und Schimmelpilze gehören, führen in der Regel zu allergischen Reaktionen an den Schleimhäuten (Augen, Nase und Bronchien) mit den Krankheiten Heuschnupfen und Asthma bronchiale. Eine Allergie gegen alle aufgezählten Dinge, die sie geschildert hat, scheint aber nicht vorzuliegen. Ich habe ihr erläutert, dass es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen einer Sensibilisierung und einer Allergie gibt.

Eine Sensibilisierung ist lediglich die Bereitschaft zu einer Allergie, das heißt eine erhöhte Empfindlichkeit nach wiederholtem Kontakt mit einem Allergen bei Menschen, die für eine Allergie prädestiniert sind. Diese Bereitschaft, allergisch zu reagieren, ist angeboren. Eine Sensibilisierung wird entweder mit einem Hauttest oder mit einem Bluttest festgestellt. Eine positive Hautreaktion heißt noch nicht, dass man dagegen allergisch ist. Zu einer Allergie gehört eine Krankheit. Das heißt, dass ein positiver Hauttest lediglich die Möglichkeit einer Allergie aufzeigt (ob eine Allergie vorgelegen hat, vorliegt oder vorliegen wird).

Insofern ist der so genannte Allergietest (Hauttest oder Prick-Test) keiner! Die Allergiediagnostik beginnt erst nach dem Hauttest, indem der Patient gefragt wird, ob er gegen das Allergen der positiven Reaktion mit Symptomen reagiert. Zur weiteren Diagnostik ist gegebenenfalls ein Provokationstest erforderlich (die Substanz wird auf die Nasenschleimhaut aufgebracht oder inhaliert).

Lesen Sie hier mehr über Heuschnupfen.

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