Wenn nachts der Kühlschrank ruft...können die meisten nicht aufhören.
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Wenn nachts der Kühlschrank ruft...können die meisten nicht aufhören. 

Ist das Gehirn schuld?

Warum wir nachts aus dem Kühlschrank naschen

Ein Schokokuchen oder lieber etwas deftiges? Vor allem in der Nacht quälen einen heftigen Heißhungerattacken vor dem Kühlschrank. Forscher haben nun den Auslöser und eine Erklärung dafür gefunden.

Wer nachts seinen Kühlschrank nach Essbarem durchsucht, gilt als zügellose Naschkatze, als willenlos und schwach. Meistens bleibt es nämlich nicht bei einem kleinen Snack. Der Appetit scheint in diesem Momenten größer als sonst zu sein. Schnell sind die Vorräte im Schutz der Dunkelheit vernichtet. 

Wissenschaftler haben nun untersucht, warum wir gerade nachts vor dem Kühlschrank nicht aufhören können zu essen.

Das verblüffende Ergebnis: Unser Gehirn ist schuld. Abends und nachts reagieren nämlich einige Areale im Gehirn nicht wie sonst auf Nahrungsmittel. Der sogenannte "Food high"- Effekt bleibt aus.

Im Rahmen der Studie, die im Fachmagazin "Brain Imaging and Behavior" veröffentlicht wurde, haben Neurologen gemeinsam mit Wissenschaftlern die Gehirnaktivitäten von Probanden im Kernspin analysiert.

Während der Untersuchung bekamen die Teilnehmer zu unterschiedlichen Tageszeiten 360 Fotos mit kalorienarmen und - reichem Essen zu sehen. Schon der Anblick einer fotografierten Kalorienbombe löste demnach ein Neuronales-Feuerwerk im Gehirn aus. 

Bei Gemüse, Früchte, Fisch und Vollkornprodukten nahm, wie von den Forschern erwartet, die Aktivitäten im Gehirn rapide ab.  

Eine Sache überraschte aber selbst die Forscher: Abends waren selbst die Signale beim Anblick von Bonbons, Gebäck, Eis oder Hamburger viel niedriger.

Warum das Gehirn in der Nacht völlig anders reagiert, können die Wissenschaftler bis jetzt nur vermuten.  "Lebensmittel sind zumindest optisch zu dieser Tageszeit nicht so wichtig sind", meint Studien-Autor Travis Masterson von der Penn State University.

Und genau diese Wertung des Gehirns macht uns demnach im Dunklen vor dem Kühlschrank hemmungslos. Wir empfinden das Essen in der Nacht demnach als unbefriedigend und so essen wir immer mehr, weil wir versuchen zufrieden zu sein. Ein Teufelskreis.

Insofern haben die Forscher einen Rat parat: Morgens sowie abends bewusst und achtsam zu Essen.

ml 

Martina Lippl

Martina Lippl

E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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