Frühjahrsmüdigkeit
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Der Frühling bringt auch die Frühlingsmüdigkeit mit sich. Doch das "große Gähnen" ist nicht Alles: Es gibt viele weitere Umstände, die uns den Frühling verleiden.

Die Natur erwacht

Was Ihnen den Frühling so richtig vermiesen wird

"Frühling lässt sein blaues Band..." - von wegen Romantik! Diese lästigen Begleiterscheinungen werden Ihnen ganz schnell die Lust am Frühling nehmen.

Tulpen sprießen, Vögel zwitschern, die Tage werden länger, die Röcke kürzer. Sogar der Arbeitsmarkt erwacht aus dem Winterschlaf. So toll ist der Frühling, und nun ist er da. Doch die warme Jahreszeit kommt mit einigen unangenehmen Nebenwirkungen daher. Hier kommen die unangenehmen Seiten des Frühlings:

1. Frühjahrsmüdigkeit

Die Natur erwacht - und der Mensch will schlafen. Viele fühlen sich im Frühjahr schlapp und antriebslos, obwohl draußen die Sonne lockt. Vor allem Frauen sollen davon betroffen sein. Der Körper braucht Kraft für die Umstellung auf wärmere Temperaturen, mehr Licht, und vor allem mehr Aktivität. Das kostet viel Energie. Zugleich ist der Serotonin-Spiegel noch niedrig. Doch wirklich erforscht ist die Müdigkeit im Frühjahr noch nicht. „Warum sollte man das auch untersuchen - es ist ja keine Krankheit“, sagt Dieter Kunz, Chefarzt der Klinik für Schlaf- und Chronomedizin am St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin. Im Gegenteil: „Wer frühjahrsmüde ist, sollte sich freuen.“ Denn bei ihm funktioniere noch die innere Uhr. Na immerhin.

2. Frühjahrsdepression

Sonne, Blumen, fröhliche Menschen - gerade im Frühling verfallen einige in Trübsal. „Alles nervt tierisch, und besonders die glücklichen Gesichter ringsum“, schreibt ein Betroffener im Internet. Auch hier ringen Körper und Psyche mit der Umstellung. „Es sind ganz viele kleine Rädchen, die sich umstellen müssen. Es ist Sand im Uhrwerk - und da knirscht es“, sagt Kunz. Um eine richtige Depression handelt es sich dabei meist nicht. Licht und frische Luft wirken dagegen übrigens wahre Wunder.

3. Heuschnupfen

Es grünt und blüht - und die Menschen niesen. 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung leidet an Heuschnupfen, sagt der Allergologe Ulf Darsow von der Technischen Universität München. Der Pollenflug ist schon in vollem Gange. „Die Haselpollen fliegen - und zwar erheblich. Gerade an den wärmeren Tagen führt das zu Beschwerden.“ Als nächstes sind Erle und Birke dran, dann folgen Weide und Ulme.

4. Zecken

Frühlingszeit ist Zeckenzeit. Werden die Tagen wärmer, werden die Krabbler aktiv. Vor allem als Krankheits-Überträger sind sie gefürchtet. Jedes Jahr erkranken Menschen nach einem Zeckenstich an der Hirnentzündung FSME. Im letzten Jahr waren es 265 Infizierte. Vor allem in Bayern ist das Zecken-Risiko besonders hoch.

5. Sommerzeit

Eine Stunde länger hell. Abends draußen sitzen. Wunderbar. Aber manche trifft der Mini-Jetlag hart: Patienten, die pünktlich ihre Medikamente nehmen müssen. Schichtarbeiter, die ohnehin unter Unregelmäßigkeit leiden. Nachteulen, die nun früher aus den Federn müssen. Und: Kühe, die im Melkrhythmus durcheinander kommen. Die Tiere werden heute jedoch - im Gegensatz zu uns Menschen - sanft an die Sommerzeit umgewöhnt. „Milchviehbetriebe und Rinderhalter sind dazu übergegangen, in Fünf-Minuten-Schritten früher zum Melken zu gehen, damit ein fließender Übergang stattfindet“, sagt Markus Peters vom Bayerischen Bauernverband.

6. Frühlingsgefühle

Veronika, der Lenz ist da: Im Frühling spielen die Hormone verrückt, vor allem die Glücks- und Sexualhormone Serotonin und Testosteron. Bis in die 1970er Jahre wurden im Mai und Juni die meisten Kinder gezeugt. Menschheitsgeschichtlich günstig, denn sie kamen zum Frühling zur Welt. Heute liegt der Zeugungspeak im Dezember - wegen den Feiertagen. Sogar auf die Frühlingsgefühle ist also kein Verlass mehr.

dpa/mil

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