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Barfuß am trand: Bewegung auf natürlichem Untergrund tun den Füßen gut.

Schmerzfrei zu Fuß

Gesunde Füße sind nicht nur eine Frage des Aussehens, sondern auch des schmerzfreien Gehens. Als meist belastetes Körperteil tragen sie uns alltäglich. Kommt es infolge von Unfällen, Krankheiten oder das jahrelange Tragen von unpassendem Schuhwerk zu Verformungen oder Fehlstellungen, sind Spezialisten gefragt.

Orthopäden können heute mittels digitaler Röntgenaufnahmen das komplexe Gebilde aus Knochen, Muskeln, Sehnen und Bändern genau vermessen und die geeignete Therapie ermitteln. In der Regel sind konservative Therapiemaßnahmen mit Einlagen- oder Bandagenversorgung und Schuhzurichtung ausreichend. Erst bei anhaltenden Beschwerden und entsprechenden anatomischen Fehlstellungen wird ein operatives Verfahren notwendig.

Viele Erkrankungen im Bereich des Vor- und Rückfußes können heute ambulant operativ versorgt werden. Die operative Therapie ist von der Ausprägung der Zehenfehlstellung, den röntgenologisch ermittelten Winkeln des Vorfußes, der Zehenbeweglichkeit und dem Ausmaß von Arthrose abhängig:

- So kann man Patienten mit Hammer- und Krallenzehen in speziellen Fällen durch die Operation nach Hohmann einer Entfernung des deformierten Gelenkes und bei therapieresistenten Mittelfußköpchenschmerzen eine „Weil-Osteotomie“, bei der eine Verkürzung des Mittelfußknochens zur Entlastung des Zehengrundgelenks vorgenommen wird, wieder zu schmerzfreiem Gehen verhelfen.

- Bei Problemen mit den Großzehen durch Verschleiß (Arthrose) des Großzehengrundgelenks oder der Einsteifung der Großzehe (Hallux rigidus) kommt eine sogenannte „Cheilektomie“ zur Anwendung, bei der die Knochenanbauten abgetragen werden.

- Bei jungen Patienten mit deutlicher Arthrose im Großzehengrundgelenk wird eine Versteifung des verschlissenen Gelenks in der Funktionsstellung vorgezogen. Die Versteifung geht zwar mit einem Verlust der Beweglichkeit einher, bringt für die Patienten jedoch langfristige Vorteile beim guten und schmerzfreien Laufen.

- Stellungskorrigierende Maßnahmen, bei denen der Mittelfußknochen am Köpfchen oder Schaft durchtrennt und gerichtet, sowie zur sicheren Fixierung verschraubt wird, kommen bei einer Abweichung der Großzehe nach außen, dem sogenannten Hallux valgus, zur Anwendung.

- Bei sehr schweren Hallux valgus-Fehlstellungen, die durch eine Instabilität im Gelenk zwischen Mittelfuß und Vorfuß im sogenannten Tarsometatarsalgelenkes verursacht werden, muss eine korrigierende Versteifung nach Lapidus durchgeführt werden

Der Facharzt für Orthopädie und Fußchirurgie Dr. Hartmut Stinus, der als Partner der Orthopädischen Gemeinschaftspraxis in Northeim und ärztlicher Direktor in der Parkklinik am Hainberg in Göttingen praktiziert, betont, dass gelenkerhaltende Operationen heutzutage Standard sind: „Während noch vor zehn Jahren die Füße durch Gelenkentfernung regelrecht verstümmelt wurden, haben wir in den neunziger Jahren von den Amerikanern viel über gelenkerhaltende Verfahren lernen können.“ Der Facharzt und Ausbilder für Fußchirurgie (GFFC) hat beim international anerkannten Dr. Weil in Chicago hospitiert und die Verfahren in seine Praxis übernommen. „Für uns Fachärzte ist es wichtig, dass wir uns vor jeder Behandlung ein genaues Bild von dem Fuß machen, den wir so „neu bauen“ möchten, dass er wieder schmerzfrei funktioniert“, hebt der Facharzt für Orthopädie hervor, der bei den fußchirurgischen Eingriffen von seinem Erstberuf als Orthopädieschuhtechniker profitiert. (yhk)

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