Ist das Immunsystem geschwächt, kann das Varicella-Zoster-Virus eine Gürtelrose (Herpes zoster) auslösen. Foto: RKI/Hans R. Gelderblom
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Ist das Immunsystem geschwächt, kann das Varicella-Zoster-Virus eine Gürtelrose (Herpes zoster) auslösen.

Gegen den Nervenschmerz - Gürtelrose früh behandeln

Bei einer Gürtelrose bilden sich fiese Bläschen auf der Haut, begleitet von mitunter quälenden Schmerzen. Die Gürtelrose (Herpes zoster) entsteht durch eine frühere Infektion mit Windpockenviren.

Stark juckende Windpocken am ganzen Körper - diese Erkrankung hatten als Kind viele. Mithilfe von Cremes und Lotionen klangen die Beschwerden allmählich ab, irgendwann war alles abgeheilt. Doch das Virus, das die Windpocken ausgelöst hat, lässt sich nicht ausschalten.

Windpocken-Viren bleiben ein Leben lang im Körper. Ist beispielsweise das Immunsystem geschwächt, wird es wieder aktiv. Das führt dann zu einer Gürtelrose, in der medizinischen Fachsprache: Herpes zoster.

"Dabei bilden sich in aller Regel auf der geröteten Haut gürtel- oder rosetten-ähnlich angeordnete Bläschen, die im Verlauf blutig eintrüben können und mitunter mit starken Schmerzen einhergehen", erläutert der Regensburger Dermatologe Prof. Philipp Babilas.

Bei einer Gürtelrose breiten sich die Viren entlang der Nervenbahnen aus. Das macht sich durch Brennen, Jucken oder stechende Schmerzen bemerkbar. 

Auch wenn die Bläschen abgeheilt sind, kann in der zuvor betroffenen Hautregion ein Nervenschmerz - die sogenannte Postzosterische Neuralgie - noch mehrere Monate bis Jahre anhalten. Tritt die Gürtelrose in der Nähe von Augen, Ohren oder dem Gehirn auf, dann besteht die Gefahr einer Gesichtslähmung bis hin zu bleibenden Sehschäden. "Das sind aber eher seltenere Fälle", erklärt Babilas.

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) jährlich mehr als 400 000 Kassenpatienten an Gürtelrose. Das RKI stützt seine Angaben auf Daten der gesetzlichen Krankenversicherungen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Gürtelrose, sagt Anette Siedler, stellvertretende Leiterin des Fachgebiets Impfprävention am RKI.

"Immenser Stress oder eine geschwächte Immunabwehr sind Faktoren, die das Virus aktivieren können", erläutert Babilas. Die Viren breiten sich entlang der Nervenbahnen aus. Das macht sich durch Brennen, Jucken oder stechende Schmerzen bemerkbar. Begleiterscheinungen können Fieber und ein Abgeschlagenheit sein. "Betroffene sollten schon beim ersten Verdacht auf Gürtelrose umgehend einen Hautarzt aufsuchen", empfiehlt Babilas. Je früher die Therapie beginnt, desto größer sind die Chancen, die Viren wieder in den Griff zu bekommen. Das mindert außerdem das Risiko einer Postzosterischen Neuralgie.

"Behandelt wird eine Gürtelrose zum einen mit sogenannten Virustatika", sagt die Apothekerin Ursula Sellerberg. "Zum anderen müssen zusätzlich auch Schmerzmittel verabreicht werden, um vorhandene Beschwerden zu lindern und Nervenschmerzen möglichst gar nicht erst aufkommen zu lassen." Gegen den Hautausschlag können kühlende und desinfizierende Umschläge helfen.

Gürtelrose sollte früh behandelt werden. Prof. Philipp Babilas ist Dermatologe am Hautzentrum in Regensburg.Photography

Laut Babilas dauert die Therapie mit Virustatika im Schnitt eine Woche. "Je nach Befund sollte die Therapie stationär durchgeführt werden, nicht zuletzt, damit der Patient zur Ruhe kommt und die Infektion nachhaltig auskuriert wird." Bis alle Symptome vollständig abgeheilt sind, kann deutlich mehr Zeit vergehen - im Schnitt sind es rund vier Wochen. Die Ansteckungsgefahr bei Gürtelrose ist nicht so hoch wie bei Windpocken. Bei Kontakt mit dem Inhalt der Bläschen droht Menschen, die noch keine Windpocken hatten, Ansteckungsgefahr. Wer sich vor Gürtelrose schützen möchte, kann sich impfen lassen. Ein entsprechender Impfstoff ist seit Ende 2013 für Menschen ab 50 Jahre zugelassen. "In klinischen Studien reduzierte der Impfstoff das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, um etwa 50 Prozent", sagt RKI-Expertin Siedler. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es nicht. Wer sich immunisieren lassen will, sollte sich vorher von seinem Arzt beraten lassen.

dpa/tmn

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