In Milchproben von 16 stillenden Frauen aus verschiedenen Bundesländern wurde Glyphosat entdeckt. Die Substanz steht in Verdacht, Krebs zu erregen. Foto: Arno Burgi
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In Milchproben von 16 stillenden Frauen aus verschiedenen Bundesländern wurde Glyphosat entdeckt. Die Substanz steht in Verdacht, Krebs zu erregen. Foto: Arno Burgi

Genussgifte meiden: Tipps für Frauen in der Stillzeit

Muttermilch gilt als gesund. Jetzt ist jedoch eine giftige Substanz in Proben stillender Frauen entdeckt worden. Allgemein gibt es einige Dinge, die Mütter beachten sollten, damit die Milch so wenig wie möglich belastet ist.

Berlin (dpa/tmn) - In der Muttermilch deutscher Frauen sind Rückstände des Unkrautvernichters Glyphosat gefunden worden. Das dürfte viele junge Mütter verunsichern.

Daneben gibt es aber noch weitere Stoffe, die besser nicht in die Muttermilch gelangen sollten. Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte beantwortet die wichtigsten Fragen.

Worauf sollte ich in der Stillzeit besser verzichten?

Während der Stillzeit sollten Mütter auf Genussmittel weitgehend verzichten. Denn die größten Belastungen über die Muttermilch bekommt das Baby über Genussgifte, vor allem Nikotin, Alkohol und Koffein. "Kein Nikotin in der Stillzeit, Alkohol und Kaffee nur in Ausnahmefällen, damit ist ein wichtiger Grundstein für die Gesundheit des Babys gelegt", erklärt Albring.

Darf ich Medikamente während der Stillzeit nehmen?

Einige Arzneimittel, die in der Schwangerschaft kritisch sind, können Frauen in der Stillzeit aber wieder verwenden, weil sie sich in der Muttermilch nicht oder nur in sehr geringem Maß anreichern, erklärt Albring. So dürfen Frauen ASS und andere Schmerzmittel wie Ibuprofen in nicht zu hoher Dosis für kurze Zeit wieder einnehmen. Auch Cortison-haltige Arzneimittel, die zum Beispiel bei Asthma und anderen allergischen Krankheiten zum Einsatz kommen und in der Schwangerschaft vermieden werden sollten, dürfen Frauen in der Stillzeit wieder nehmen. Allerdings ist immer ratsam, zuvor mit den Ärzten Rücksprache zu halten.

Es wurden Rückstände von Glyphosat in der Muttermilch einiger Frauen gefunden - muss ich mir jetzt Sorgen machen?

Die Grünen hatten die Muttermilch von 16 stillenden Frauen auf Belastungen testen lassen. Dabei wurden Glyphosat-Mengen zwischen 0,210 und 0,432 Nanogramm pro Milliliter Milch gemessen. Ein Nanogramm ist ein milliardstel Gramm. Laut EU wird ein Grenzwert von 0,3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag als akzeptabel angegeben, die WHO listet einen Grenzwert von 1,0 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung auf seiner Homepage.

Umstritten ist, ob Glyphosat die Gesundheit schädigt. Die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO stufte den Wirkstoff im März als "wahrscheinlich krebserregend" ein. Der Wirkstoff wird in Herbiziden eingesetzt - auch in Unkrautvernichtungsmitteln, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind, teilt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit.

Allerdings stellen die gefundenen Rückstände des Glyphosats laut Albring in dieser Konzentration kein Risiko für das Baby dar. Auch andere Umwelteinflüsse sollten nicht zu der Schlussfolgerung führen, allein deswegen ein Baby nicht zu stillen und stattdessen mit Fertignahrung aufzuziehen. Denn durch das Stillen wird das Kind etwa auch mit Immunglobulinen versorgt, die Bakterien und Viren abwehren können.

BfR zu Glyphosat

Stellungnahme vom BfR zu Glyphosat in Muttermilch

In Pflanzenschutzmitteln ist Glyphosat weltweit einerder am meisten eingesetzten Wirkstoffe. In der Landwirtschaft und imGartenbau wird es vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung verwendet.Auch Getreide vor der Ernte darf in Deutschland unter bestimmtenUmständen noch damit behandelt werden. Bundesweit wurden nach Angabender Grünen im Jahr 2012 rund 6000 Tonnen reine Wirkstoffmengeaufgebracht. Dabei werden Glyphosat oft noch Beistoffe beigemischt.Sie sollen das Eindringen in die Pflanze erleichtern. Diese Stoffesind nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikoforschung zumTeil giftiger als das Glyphosat selbst.

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