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Elektronenmikroskopische Aufnahme mehrerer Humaner Papillomviren.

Humane Papillomviren: Was ist eine HPV-Infektion?

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit humanen Papillomviren (HPV). Es gibt unterschiedliche Typen, die harmlose Erkrankungen - wie Warzen, aber auch Krebs auslösen können.

HPV

Zu Humanen Papillomviren, kurz HPV, gehört eine große Gruppe von Viren. Einige führen zu eher harmlosen Zellveränderungen, wie etwa Warzen. Die Viren, werden auch Sex-Viren genannt.

Es gibt 40 verschiedene HP-Viren, die sich im Genitalbereich einnisten.  Eine Infektion mit bestimmten HPV-Typen erhöht das Risiko für einige Krebsarten. Als besonders krebserregend werden die  Erreger HPV 16 und HPV 18 eingestuft.

Der Heidelberger Mediziner Harald zur Hausen hatte 1976 vermutet, dass bestimmte HPV-Typen Gebärmutterhalskrebs auslösen können.  2008 wurde zur Hausen für seine Forschung mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin ausgezeichnet.

Können sich Männer mit dem HPV-Virus anstecken?

Mit HPV infizieren können sich auch Männer. HPV 6 und HPV 11, gegen die einer der Impfstoffe schützt, können bei ihnen Genitalwarzen hervorrufen, die selten auch zu Penistumoren führen.

Krebserregende Viren können sich zudem in der Schleimhaut am After oder im Mund- und Rachenraum einnisten und dort Krebs auslösen. Ein prominentes Opfer: der Schauspieler Michael Douglas. Er gab in der Presse bekannt, dass HP-Viren Ursache seines Kehlkopfkrebses waren. Die Zahl ähnlicher Fälle ist in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen. Die Impfung kann daher auch für Männer sinnvoll sein. Doch müssen sie diese selbst bezahlen.

Wie bemerke ich eine HPV-Infektion?

In der Regel gar nicht. Einen sicheren Nachweis kann nur ein HPV-Test bringen. Dieser weist in der Regel Virus-Partikel im Abstrich nach, ist also kein Bluttest.

Wie kann ich mich vor HPV schützen?

HP-Viren werden vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen, durch Schleimhautkontakt. Kondome verringern das Risiko deutlich, allerdings nur, wenn sie immer verwendet werden. Die Viren können aber auch über Petting und Oralverkehr übertragen werden; weitere Übertragungswege sind wohl sehr selten. Gegen die häufigsten Hochrisikoviren kann eine Impfung schützen.

Wer zahlt eine HPV-Impfung?

Seit 2007 wird der Schutz gegen HPV allen Mädchen möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen und von den Kassen bis zum Alter von 17 Jahren bezahlt.

Vor kurzen hat die Ständige Impfkommission (Stiko) allerdings ihre Altersempfehlung geändert: Geimpft werden sollte jetzt schon ab neun Jahren. „Das hat mehrere Vorteile“, sagt Experte Prof. Christian Dannecker. So genügen dem jüngeren Immunsystem zwei statt der bisher üblichen drei Impfdosen, um gegen den Erreger immun zu werden. Wichtiger noch: Jugendliche gehen nur selten zum Arzt – und verpassen daher oft die Impfung.

„Und die ist überaus wirksam“, sagt Dannecker. Von ihr profitieren überdies auch ältere HPV-negative Frauen – allerdings weniger gut. Zudem müssen sie die Kosten von etwa 470 Euro in der Regel selbst tragen.

Ist eine HPV-Infektion immer gefährlich?

Nein. HP-Viren sind überaus häufig. Fast jeder macht in seinem Leben mindestens eine Infektion durch. Meist heilt diese folgenlos aus. In wenigen Fällen wird sie allerdings chronisch. Die Viren sind dann in der befallenen Schleimhaut nachweisbar. Manche Viren-Typen können dann über längere Zeit Krebs auslösen

Bin ich nach einer HPV-Infektion immun?

In der Regel nicht. Einerseits gibt es etwa 150 verschiedene HP-Viren. Diese nisten sich zudem meist nur in der Schleimhaut ein und gelangen nicht ins Blut. Es finden sich dann auch keine Antikörper, die vor einer erneuten Infektion schützen können.

Ersetzt die Impfung die Vorsorge?

 Nein. Impfen lässt sich zwar gegen die häufigsten krebsauslösenden Viren, aber nicht gegen alle. Auch geimpfte Frauen können sich daher mit selteneren Hochrisiko-Viren infizieren, die zu Krebs führen. Sie sollten daher genauso regelmäßig zur Vorsorge- Untersuchung gehen wie Ungeimpfte.

Was sagt ein HPV-Test aus?

 Der Test kann zeigen, ob im Augenblick eine Infektion mit HP-Viren besteht. Ist dies nicht der Fall, muss die Frau momentan keine Angst davor haben, Krebs oder auch nur Vorstufen davon zu haben. Der Test kostet 40 bis 70 Euro. Ob er zur Kassenleistung wird, ist noch unklar.

sog

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