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Die Birkenpollen sind im Anflug.

Heuschnupfen

Haaatschi! Die Pollen-Saison ist da

Es kribbelt in der Nase und die Augen tränen: Allergikern machen Pollen arg zu schaffen. Nun fängt die Birke an zu blühen – im schlimmsten Fall heißt das 25 bis 30 Tage Niesanfälle..

Doch wie kann man sich schützen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit demFrühling kommen die Pollen. Es grünt, es blüht. Und viele Menschen niesen. 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden an Heuschnupfen, sagt der Allergologe Ulf Darsow von der Technischen Universität München. Die Saison sei schon in vollem Gange. Die Haselpollen flogen bereits im Januar, auch die Erle gilt als Frühblüher. Jetzt also folgt die Birke. Ein paar Experten-Tipps, um die Pollen-Saison besser zu überstehen.

Ich bin allergisch – was soll ich tun?

Jedem, der von seiner Allergie weiß, empfiehlt Ökotrophologin Sonja Lämmel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) frühzeitig Medikamente einzunehmen – sogenannte Antihistaminika. Wer Heuschnupfen hat und sich nicht schützt, kann sonst sogar Asthma bekommen (siehe Randspalte). Betroffene sollten daher mit der Einnahme von Medikamenten beginnen, sobald sich der erste Pollenflug abzeichnet. Für viele ist es jetzt also höchste Zeit dafür.

Was genau bewirken diese Mittel bei mir?

„Die Beschwerden kommen nicht so stark und nicht so plötzlich“, sagt DAAB-Expertin Lämmel. Und: Auch wenn die ersten Birkenpollen schon fliegen, lassen sich mit Antihistaminika die Beschwerden lindern. Herkömmliches Nasenspray, das bei Schnupfen die Schleimhäute abschwellen lässt, hilft hier allerdings nicht, warnt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Medikamente gegen Nasen- und Augenbeschwerden gibt es oft rezeptfrei in Tabletten-, Spray- oder Tropfenform. Manche Wirkstoffe muss ein Arzt verordnen.

Wie schütze ich mich am besten?

Allergiker sollten sich informieren, welche Pollen gerade fliegen. Das erfahren sie zum Beispiel im Internet unter www.pollentrend.de. Den Pollen ganz entkommen – das geht aber kaum. „Sich einen Schal vors Gesicht zu halten, reicht jedenfalls nicht“, sagt DAAB-Expertin Lämmel. „Da gehen die Pollen natürlich durch.“

Trotzdem gibt es ein paar einfache Regeln, die Allergikern helfen können. Sie sollten ihre Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen, die Haare vor dem Zubettgehen waschen und ihre Nase täglich mit einer isotonen Kochsalzlösung spülen. Zudem können sie spezielle Pollenschutzgitter vor den Fenstern anbringen – die sie tagsüber am besten geschlossen halten. Wer auf dem Land lebt, lüftet idealerweise abends, Städter besser am frühen Morgen, dann nämlich ist die Pollenkonzentration am geringsten.

Genauso wie nach einem kurzen Regenguss, der die Luft von Pollen reinigt. Wer es sich leisten kann, sollte während der Hauptpollenzeit in pollenarme oder gar -freie Regionen verreisen. Dazu zählen unter anderem Hochgebirge.

Worauf sollte ich noch achten?

Es ist keine gute Idee, die Wäsche zum Trocknen nach draußen zu hängen. Denn die Pollen bleiben an der Kleidung haften – und dadurch sind beim Anziehen Niesattacken programmiert. Besser: Wäsche im Keller aufhängen. Oder auf den Trockner zurückzugreifen, rät die „Neue Apotheken Illustrierte“. Eine Sonnenbrille, die an den Seiten gut abschließt, empfiehlt sich vor allem für Allergiker mit empfindlicher Bindehaut.

Und was darf ich nicht machen?

Sport im Freien und Alkoholgenuss – beides sollten Pollenallergiker besser sein lassen, rät DAAB-Expertin Lämmel. Denn beides kurbelt die Durchblutung an, und dadurch reagieren Betroffene schneller und zum Teil stärker auf Pollen. Kopfschmerzen und Schlafstörungen können dann zum Beispiel gehäuft auftreten. Und: Je mehr Pollen im Umfeld von Allergikern sind, desto massiver sind deren Beschwerden.

Reagiert meine Haut auch auf Pollen?

Ja – Pollen machen auch vor der Haut nicht halt. Vor allem bei Menschen mit Neurodermitis können Pollen durch die instabile Hautbarriere leichter in den Körper gelangen und Ekzem-Schübe auslösen. Darauf weist die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA) hin. Betroffene sollten sich daher morgens und abends mit einer Pflegelotion speziell für neurodermitiskranke Haut ohne Farb-, Duft und Konservierungsstoffe eincremen. Das stärkt die Hautbarriere und kann Ekzem-Schübe verhindern. Laut DHA reagieren etwa 70 bis 80 Prozent der Menschen mit Neurodermitis auf Umweltallergene wie Pollen.

Warum muss ich im Auto so oft niesen?

„Schwachstelle des Autos ist die Lüftung“, sagt Heike Behrbohm von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe. Damit die Frischluftzufuhr Pollengeplagten nicht zum Verhängnis wird, kommt es vor allem auf einen intakten Filter an – und es muss der richtige sein. Im Prinzip gibt es zwei Arten von Pollenfiltern: Die einen bestehen nur aus einer Zellstoffschicht, die andere und weitaus effektivere Sorte hat eine zusätzliche Aktivkohleschicht. „Hochwirksame Filter nehmen auch kleinste Pollen auf“, erklärt Behrbohm. Wichtig: „Ein Pollenfilter setzt sich mit der Zeit zu, er sollte einmal pro Jahr in einer Werkstatt auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft und gegebenenfalls erneuert werden.“

Zusammengestellt von B. Nazarewska mit Material von dpa

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