Termometer, Hitze, Hitzewarnung
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Das Termometer wird ab Samstag weiter Steigen. Strahlung und Hitze sind ein Gesundheitsrisiko.

Behörde: "Hohe Gefährdung"

Hitzewarnung an Pfingsten! Was das bedeutet

Offenbach - Sonne pur heißt nicht nur Badwetter - das kann auch lebensbedrohlich sein. Der Wetterdienst gibt eine Hitzewarnung heraus. Hier lesen Sie, was das bedeutet.

Zu Pfingsten haben Wetterexperten vor Hitze und hoher UV-Strahlung gewarnt. Erstmals in diesem Jahr gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Feiertage eine Hitzewarnung heraus, wie DWD-Sprecher Uwe Kirsche am Freitag in Offenbach sagte. Dafür müssen bestimmte Schwellenwerte überschritten werden, wie zum Beispiel eine "gefühlte Temperatur" von über 32 Grad Celsius. Empfindliche und kranke Menschen reagieren aber schon viel früher auf heißes oder schwüles Wetter.

Für Samstag wurden in Teilen Deutschlands bereits Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius erwartet. Am Sonntag sind vor allem in Süddeutschland örtlich Temperaturen bis 35 Grad drin und am Montag könnte vereinzelt sogar die 37-Grad-Marke erreicht werden. Am heißesten wird es über Pfingsten im Süden und entlang des Rheins.

"Deutschland erwartet das heißeste Pfingsten seit 50 Jahren", sagte Kirsche. Zuletzt wurden 1979 an Pfingsten 33,9 Grad erreicht, dicht gefolgt von den Jahren 2000 und 2003.

Es droht aber nicht nur Hitze, sondern auch eine hohe UV-Strahlung und damit eine Gefahr für ungeschützte Haut. Am Samstag und Sonntag besteht laut DWD-Warnung fast überall in Deutschland eine "hohe Gefährdung" durch UV-Strahlung und in großen Teilen Süddeutschlands sogar eine "sehr hohe Gefährdung". "Viele Menschen sind jetzt noch recht blass. Wenn sie sich in die Sonne legen, kann das schnell einen Sonnenbrand verursachen", warnt Kirsche.

Mittags sollte deshalb auf jeden Fall die Sonne gemieden werden. Die Haut sollte durch Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 geschützt werden.

Thermischer Gefahrenindex sehr hoch

Der thermische Gefahrenindex beschreibt die gefühlte Temperatur des Durchschnittsmenschen. Am Samstag liegt die an einigen Stellen in Mitteldeutschland bereits über 32 Grad Celsius. Sonntag und Montag werden sich die Felder weiter ausbreiten. Das bedeutet eine hohe gesundheitliche Gefährdung. "Betroffen davon sind insbesondere Ältere, Herzkreislauf- und Atemwegskranke, aber auch Menschen mit mangelnder Fitness", warnt der Deutsche Wetterdienst. Sie sollten bei der Hitzewarnung für die kommenden Tage unbedingt direkte Sonneneinstrahlung vermeiden. Viel trinken ist wichtig, doch Vorsicht vor kalten Getränken!

Tipps gegen die Hitze

Hitze-Tipps: Finger weg von eiskalten Getränken!

Weitere Gesundheitstipps bei Hitze gibt es hier.

UV-Gefahrenindex wird sehr hoch

Für Samstag berechnet der Deutsche Wetterdienst einen UV-Index für ganz Deutschland von mindestens 6-7, für Süddeutschland, besonders die Voralpenregion, sollen Werte von 9 bis 10 erreicht werden. Der UV-Index berechnet die Höhe des Gesundheitsrisikos durch die Sonnenstrahlung. Die Werte für die kommenden Tage bedeuten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine "hohe bis sehr hohe gesundheitliche Gefährdung" für ganz Deutschland.

"Die gesundheitliche Gefährdung durch ultraviolette Strahlung resultiert aus ihrer erhöhten biologischen Wirksamkeit, die mit einer Schädigung der Erbsubstanz einhergeht", erklärt dazu der Wetterdienst auf seiner Seite. Kurzfristige Folgen sind Sonnenbrand und Augenrötung. Langfristig schädigt die starke Sonne das Erbgut, lässt die Haut altern und führt zu Hautkrebs. Besonders im Kindes- und Jugendalter führe starke UV-Belastung zum schwarzen Hautkrebs, dem gefährlichsten Melanom. Besonders Säuglinge sollten unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Bei einem UV-Index von 8 bis 10, der für das Pfingstwochenende gerade in Südbayern zu erwarten ist, rät die WHO, sich zwischen 11 und 15 Uhr nicht im Freien aufzuhalten, und auch im Schatten ein sonnendichtes Hemd, lange Hosen, Sonnencreme mit einem Schutzfaktor von mindestens 15 zu tragen. Sonnenbrille und ein breitkrempiger Hut würden auch nicht schaden.

Im Notfall: Das rät das Rote Kreuz

Auch das Rote Kreuz rechnet mit vermehrten Hitzenotfällen. Erste Hinweise für einen Hitzenotfall können laut Rotem Kreuz Muskelkrämpfe besonders in den Beinen oder ein plötzlicher Kreislaufkollaps sein. Hier helfen gekühlte, elektrolythaltige Getränke - wie Apfelsaftschorle. Durch Öffnen überflüssiger oder beengender Kleidung kann ein Wärmestau verhindert werden. Für zusätzliche Kühlung sorgen kalte Umschläge und das Zufächeln von Luft. Wenn sich der Zustand des Hitzeopfers durch die Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht bessert, sollte man den Rettungsdienst (Tel. 112) rufen.

Waldbrandgefahr: Hoch bis sehr hoch

Man kann es kaum glauben nach den kalten, regnerischen Tagen Ende Mai, aber auch die Waldbrandgefahr steigt immens. Ab Montag geht der Deutsche Wetterdienst von einer sehr hohen Gefahr im südlichen Brandenburg aus, für Bayern ist die hohe Gefahrenstufe vorhergesagt. Allerdings kann sich diese Vorhersage, je nach Wetterlage, noch jederzeit ändern.

Klaus-Maria Mehr mit Material von AFP

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