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Gefährden Hochspannungsleitungen unsere Gesundheit? Elektromagnetische Felder können Strahlungen hervorrufen.

Was Forscher herausgefunden haben

Stromleitungen beeinflussen die Hormone

Stromleitungen sind vielen Menschen suspekt. Anwohner fürchten, dass sie krank machen. Deutsche Forscher haben nun herausgefunden, dass Hochspannungsleitungen den Hormonspiegel beeinflussen. 

Starkstromleitungen wirken auf das Schlafhormon Melatonin. Allerdings schwankt der Einfluss und hängt von den Jahreszeiten ab. Forscher haben diesen Effekt erstmals bei Kälbern festgestellt, die elektromagnetischen Wechselfeldern ausgesetzt waren. Demnach produzieren Kälber im Winter weniger vom Schlafhormon Melatonin als im Sommer. Warum das so ist, bleibt jedoch unklar. 

Das Ergebnis der Untersuchung von Prof. Dr. Hynek Burda von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und seinem Team ist im Wissenschaftsmagazin Nature.com erschienen.

Im Winter produzieren Kälbchen weniger Melatonin, wenn sie elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind. Im Sommer verkehrt sich der Effekt sogar ins Gegenteil.  

Melatonin entsteht nachts in der Zirbeldrüse des Gehirns. Über den Blutkreislauf gelangt es zu fast jeder Zelle des Körpers, wo es vielfältige Funktionen erfüllt. Das Hormon Melatonin steuert bei Kälbern, aber auch bei Menschen, wann wir schlafen oder wach sind, also den Tag-Nacht-Rhyhtmus. Zudem stärkt Melatonin das Immunsystem. Es soll vor Krebs und Alzheimer schützen.

In der Vergangenheit waren Hochspannungsleitungen im Verdacht, Kinderleukämie zu verursachen. Das Ergebnis der Studie des Bremer Instituts „Prävention und Sozialmedizin“ (2002) war bislang allerdings nicht nachweisbar. Bei Tieren, die in der Nähe von Stromleitungen lebten, konnten die Mediziner einen Effekt auf den Melatonin-Spiegel nicht glaubhaft belegen. Die Messergebnisse schwankten stark.

Wer näher als 50 Meter an einer Hochspannungsleitung lebt, trägt ein doppelt so hohes Risiko, an Alzheimer zu erkranken, wie die restliche Bevölkerung. Dies ergab eine Untersuchung der Universität Bern.

Die Kälbchen wurden ausgewählt, weil bekannt ist, dass Kühe auf Magnetfelder sensibel reagieren.

"Das Ergebnis der Untersuchungen an den Kälbchen, soll keine Angst schüren", sagt Dr. E. Pascal Malkemper. Es zeige nur, dass Magnetfelder den Melatonin-Level bei Kälbern beeinflussen können. Noch wären die Erkenntnisse nach Ansicht der Wissenschaftler nicht so einfach auf Menschen übertragbar. Außerdem wäre noch zu wenig über die vielfältige Wirkung von Melatonin bekannt.

ml

 

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