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Nach dem Medizin-Studium in Göttingen und Lübeck absolvierte Prof. Butterwegge seine Facharztausbildung mit dem Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie an der städt. Frauenklinik Osnabrück. 2000 Ernennung zum Professor an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 2008 Chefarzt der Frauenklinik des St. Joseph-Stifts Bremen.

Experten: Nebenwirkungen sehr selten

HPV: Fragen aus dem Alltag

Die Experten unserer Gesundheitssprechstunde informieren über Gebärmutterkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

Prof. Dr. Michael Butterwegge, Chefarzt der Frauenklinik im St. Joseph-Stift, Prof. Dr. Willibald Schröder, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der niedergelassene Facharzt Marcus F. Kampf informieren zum Impfschutz gegen eine HPV-Infektion. Die Impfung hält nur sieben Jahre und wird für die Zeit vor dem ersten Sexualkontakt zwischen dem 12. und dem 17. Lebensjahr empfohlen.

Frau K. (72) aus Diepholz fragte, ob ihre 13-jährige Enkelin eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs erhalten solle. Man habe in der Vergangenheit sehr viele, nicht einzuordnende Informationen in den Medien erhalten.

Prof. Butterwegge: Ich habe ihr empfohlen, mit der Enkelin eine Beratung beim Kinder- beziehungsweise Frauenarzt vornehmen zu lassen. Die dreimalige Impfung sollte möglichst rasch, vor Erreichen der Geschlechtsreife, erfolgen.

Frau P. (53) aus Groß Ippener fragt als Patientin, ob eine Dysplasie im Bereich des Gebärmutterhalses zur Krebserkrankung führen kann.

Prof. Butterwegge: Der Nachweis von humanen Papillomviren der Gruppe 16 und 18 führt zu der Empfehlung, dass eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt alle drei Monate erfolgen sollte.

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Frau Sch. (34) aus Bassum hat selbst im vergangenen Jahr eine Konisation aus dem Gebärmutterhals durchführen lassen. Sie fragt nun, ob ein Kontrollabstrich alle drei Monate wirklich notwendig ist.Prof. Butterwegge: Ich habe Frau Sch. auf die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses bei Hochrisikokonstellationen mit HPV-Viren hingewiesen. Nach Ausheilen der Wundverhältnisse im Gebärmutterhals sollte alle drei Monate ein Besuch beim Frauenarzt mit einem Zellabstrich erfolgen.

Sorge wegen der Impfrisiken

Frau F. (43) aus Bramstedt äußert die Sorge, dass ihre 15-jährige Tochter bei der Impfung Schaden nehmen könnte. Sie habe bereits zweimal die Impfung mit dem Impfstoff erhalten. Aufgrund von Berichten mit ungeklärten Todesfällen befürchtet sie nun, dass die dritte Impfung nun zu gesundheitlichen Schädigungen führen könnte.

Frau P. (45) aus Bremen zeigt sich ebenfalls sehr besorgt um die Impfung zur Verhütung des Gebärmutterhalskrebses. Sie fragt nach, ob sie nicht bis kurz vor dem Erreichen des 17. Lebensjahres mit der Erstimpfung warten soll, um weitere internationale Ergebnisse über die ungeklärten Todesfälle zu erhalten.

Prof. Schröder studierte Medizin in Frankfurt am Main, anschließend Tätigkeit als Assistenzarzt in Offenbach. Ab 1990 Oberarzt in Frankfurt und Aachen. Seit 2000 apl. Professor an der TH Aachen. Seit 2002 Direktor des Gynäkologischen Krebszentrums an der Frauenklinik des Klinikums Bremen-Mitte. E-Mail: willibald.schroeder@klinikum-bremen-mitte.de

Prof. Butterwegge: Hiervon habe ich abgeraten. Die Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO) sagen deutlich aus, dass eine rechtzeitige Impfung vor dem ersten Sexualverkehr absolut sinnvoll ist. Sind bereits HPV-Viren in den Körper gelangt, ist die Impfung vermutlich nicht mehr effektiv. Ein Zusammenhang zwischen drei unklaren Todesfällen in den USA und der Impfung ist nach dem heutigen Kenntnisstand nicht gegeben.
Frau S. (49) aus Rotenburg hat einen veränderten Abstrich PAP 3D. Es sei jetzt unklar, wie sie weiter vorgehen soll. Ihr Frauenarzt habe ihr nicht deutlich dargelegt, wie häufig sie kontrolliert werden müsste. Nun habe sie das Gefühl, dass häufige Kontrollen alle drei Monate mehr dazu dienen sollen, dem Frauenarzt seine Praxisgebühr zu beschaffen. Frau S. sieht nicht ein, dass das ihrer Gesundheit dienen soll.

Marcus Kampf: Ich habe der Patientin gesagt, dass Kontrollen alle drei Monate bis insgesamt zu zwei Jahren empfohlen werden. Ist der Abstrich weiterhin unverändert, sollte man eine Gewebeuntersuchung vornehmen und abklären, was tatsächlich dahinter steckt.

Frau K. (52) aus Wildeshausen fragt, warum die Impfung gegen HPV-Infektionen auf den Alterszeitraum 12 bis 18 Jahre beschränkt worden ist.

Werdegang Marcus F. Kampf:

Marcus F. Kampf studierte in Bochum, Aachen und Essen Humanmedizin. Seit 2000 niedergelassener Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe in Leeste.

E-Mail: Frauenarzt4U@gmx.de

Marcus Kampf: Ich habe ihr gesagt, dass diese Regelung von der ständigen Impfkommission getroffen wurde, sie aber nicht bindend ist. Viele Krankenkassen haben das übernommen. Einige Krankenkassen haben sich auch entschieden, die Impfung bis zum 25. Lebensjahr zu bezahlen – irgendwelche sachlichen Gründe gibt es für diese enge Altersbeschränkung allerdings sicher nicht.

Frau K. erklärt anschließend, dass sie gar nicht an das Vorhandensein von HPV-Viren glaubt und versucht, mich in ein Gespräch über Sinn und Zweck von Impfung überhaupt zu verwickeln. Daraufhin habe ich das Gespräch dann abgebrochen.

Lesen Sie hier weitere Fragen und Antworten.

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