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Feind oder Freund? Warum braucht unser Körper eigentlich Insulin?

Die wichtigsten Fakten

Warum braucht unser Körper eigentlich Insulin?

Bei der Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus dreht sich vieles um das Hormon Insulin. Was ist das überhaupt und warum ist dieser Stoff für den Körper so wichtig. Die wichtigsten Infos und Fakten finden Sie hier.  

1. Was ist Insulin eigentlich?

Insulin ist ein wichtiges Hormon in unserem Körper. Es schleust den Zucker (Glukose) aus dem Blut vor allem in die Muskel- und Leber sowie Fettzellen, um diese mit der nötigen Energie zu versorgen. Es öffnet, wie ein Schlüssel, die Zellen für die Zuckermoleküle. Deswegen wird es auch Zuckerhormon genannt.

Wird die Glukose im Körper nicht sofort als Energie gebraucht, wird sie mithilfe von Insulin als Depotzucker Glykogen gespeichert. Das Hormon Insulin ist so auch am Energiestoffwechsel beteiligt.

2. Warum braucht der Körper Insulin?

Jede Zelle in unserem Körper braucht Energie, um sie zu verbrennen. Der Treibstoff dafür ist Zucker - Glukose. Der Organismus kann diese Zuckerart besonders gut aus Kartoffeln oder Nudeln selbst herstellen. Dieser Prozess dauert jedoch. Besonders schnell gelangen dagegen Traubenzucker (Glykose) und Fruchtzucker (Fruktose) vom Darm ins Blut.

Damit der Zucker schnell aus dem Blut in die Zellen gelangt, oder für Notzeiten speichert, gibt es ein komplexes System. Hierbei spielt vor allem das Hormon Insulin eine wichtige Rolle.

Insulin regelt den Blutzuckerspiegel: Nach dem Essen erhöht sich der Zuckerspiegel im Blut, das regt die Insulinausschüttung an. Sinkt der Blutzuckerspiegel reduziert sich auch wieder die Insulinproduktion.   

3. Wo entsteht das Insulin im Körper?

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hergestellt. Genauer gesagt in den Betazellen der Langerhans'schen Inseln.

4. Welche Rolle spielt Insulin im Gehirn und beim Verhalten? 

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass das Hormon im Gehirn das Verhalten beeinflusst. Es sendet nach dem Essen das Signal "satt" an den Körper. Ist diese Funktion im Gehirn gestört, essen Betroffene zu viel und haben keine Lust auf Bewegung.   

5. Braucht das Gehirn Insulin um Zucker als Treibstoff zu verwerten?

Damit das Gehirn arbeiten kann, muss es permanent mit Energie versorgt werden. Das Gehirn ist auf Glukose angewiesen und kann seinen Glukosebedarf direkt aus dem Blut entnehmen. Die Hirnzellen verbrennen rund 140 Gramm Glukose am Tag. Sinkt der Glukosespiegel ab, ist es schwierig zu lernen oder aufmerksam zu bleiben.

6. Was hat ein Hund mit Insulin zu tun?

Den Forschern Frederick Banting und Charles Best in Kanada gelingt es, aus Bauchspeicheldrüsengewebe von Hunden einen blutzuckersenkenden Stoff zu extrahieren: Insulin.  Das gelingt den beiden Wissenschaftlern 1921, zwei Jahre später werden sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

7. Was bedeutet zu wenig Insulin im Körper?

Menschen, deren Körper zu wenig Insulin produziert oder verwertet, leiden unter der Zuckerkrankheit - Diabetes mellitus.

  • Typ-1-Diabetes: Patienten können kein Insulin mehr produzieren.
  • Typ-2-Diabetes: Insulin wird nicht mehr ausreichend gebildet und wirkt auch nicht mehr richtig.

8. Was passiert ohne Insulin im Körper?

Ein hoher Zuckerspiegel im Blut bleibt oft unbemerkt. Doch die Folgen sind fatal. Durch eine unbehandelte Diabetes können Arterien verkalken und Organe wie Haut, Niere, Gehirn sowie das Herz unter Durchblutungsstörungen leiden. Es kann zu Nierenversagen, Schlaganfall, Erblindung oder gar zur Amputation der Beine kommen.

9. "An Diabetes ist Mann oder Frau selber schuld"

Diabetes Typ-2 ist mittlerweile eine Volkskrankheit. In Deutschland leben laut Schätzungen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) etwa 6 Mio. Menschen mit Diabetes. Ungesundes Essen, Übergewicht und mangelnde Bewegung fördern die Stoffwechselstörung. Eine Rolle spielen allerdings auch die Gene.

Diabetes tut anfangs nicht weh. Experten machen deswegen jedes Jahr am Weltdiabetestag auf das Risiko der Zuckerkrankheit aufmerksam. Die wichtigsten Fakten zu Diabetes finden Sie hier.

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