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Kinesio-Tapes: Immer mehr Sportler bekleben sich mit den bunten Klebestreifen.

Bunt, klebrig und elastisch

Kinesio-Tapes: Klebestreifen gegen den Schmerz

Kinesiotapes oder einfach Tapes heißen die Streifen aus Baumwolle und Elasthan, die bei Sportlern oft zu sehen sind. Sie helfen bei Schmerzen von Muskeln und Gelenken, fördern die Durchblutung und schützen vor Verletzungen und Ermüdungen.

Profisportler tragen Tapes. Aber auch bei Menschen auf der Joggingstrecke oder im Fitnessstudio ziehen sie sich über Rücken, Arm oder Bein. „Es sind mehrere Meter lange dehnbare Baumwollstreifen mit einer Elastin-Beimischung und hautfreundlichem Klebstoff, der bei Wärme aktiviert wird“, erklärt John Langendoen, Sportphysiotherapeut aus Kempten. Sie kommen bei Schmerzen oder Schwellungen an Muskeln und Gelenken zum Einsatz.

„Tapes werden oft eingesetzt bei Einschränkungen in der Beweglichkeit und bei Kraftlosigkeit der Muskeln“, ergänzt Sascha Seifert von der International Taping Association in Kassel. Wie sie wirken, ist nicht genau erforscht. Eine Theorie besagt, dass die Tapes die Schmerzrezeptoren in der Haut hemmen. „Das ist vergleichbar mit dem Prinzip, dass man auf den Punkt drückt, an dem man sich gestoßen hat - der Druck lindert den Schmerz“, erklärt Seifert.

Soll ein Muskel oder Gelenk entlastet oder unterstützt werden, wird mit Zug gearbeitet: Das Band wird gedehnt auf die Haut geklebt, beispielsweise auf den Verlauf eines Muskels. „Das setzt die Haut unter Spannung, wodurch ein Reiz an den Muskel gegeben wird“, erläutert Ulrike Stocks-Sanio, Physiotherapeutin in Kaarst bei Düsseldorf. Soll das Tape lymphatisch wirken, wird es ohne Zug angelegt. „Die Lymphgefäße liegen in der Haut, das Tape wirkt wie eine Bandage nach der Lymphdrainage“, erklärt Sascha Seifert.

Bunte Klebestreifen gegen den Schmerz

„Es gibt acht verschiedene Taping-Techniken“, sagt Seifert. Die Wirkung ist in der Regel schnell zu spüren: Der Schmerz lässt nach, die Muskeln entspannen, die Beweglichkeit nimmt zu. „Doch es ist kein Ersatz für eine Therapie“, sagt Langendoen. Die Behandlung mit Tapes kann kombiniert werden mit manueller Therapie, Akupressur oder Physiotherapie. Seien die Muskeln durch Tapes entspannter, erleichtere dies, Übungen für die Muskeln zu machen, so Langendoen.

Stellt sich Brennen oder unangenehmes Ziehen im Muskel ein, sollten die Tapes entfernt werden. Ein Schaden ist nicht zu befürchten, die Beschwerden lassen nach dem Entfernen nach. Richtig sitzt alles, wenn der Betroffene die Tapes nicht spürt, dafür aber merkt, dass Schmerzen oder Steifheit sich bessern.

Nicht geeignet ist die Behandlung bei offenen Wunden, Neurodermitis, bei Ödemen aufgrund von Herzproblemen oder Krampfadern. Eine Wohltat sind die Tapes oft für Schwangere, die unter Rückenschmerzen leiden.

Sportler legen die bunten Bänder auch zur Vorbeugung an und setzen auf den Effekt, dass die Muskulatur nicht so rasch ermüdet und vor Überlastung oder Verletzungen geschützt sein soll. „Wenn ich Ski fahre, meldet sich mein linkes Knie“, erzählt die Physiotherapeutin Stocks-Sanio. „Dann klebe ich ein Tape innen und außen, so wird das Knie entlastet und stabilisiert.“

Tatsächlich sollen nicht nur Kenner des Fachs, sondern auch Laien sich selbst tapen können. Ein bisschen Geschick und Übung braucht es allerdings. Ob das Band dann schwarz oder pink ist, hat allein mit dem eigenen Geschmack zu tun. Am besten lässt man sich das Tapen von einem Fachmann erklären. Und kann dann im Idealfall bald schon etwas erleben, was man in Nacken oder Knie schon lange nicht mehr fühlte: wohltuende Ruhe.

Von Alexandra Bülow tmn/ dpa

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