Kinder im Alter zwischen 11 und 14 Monaten sollten gegen Windpocken geimpft werden. Foto: Ralf Hirschberger
+
Kinder im Alter zwischen 11 und 14 Monaten sollten gegen Windpocken geimpft werden. Foto: Ralf Hirschberger

Knötchen auf der Haut: Wissenswertes über Windpocken

Windpocken jucken enorm und sind hochansteckend. Wer sie einmal hatte, ist sein Leben lang dagegen immun - läuft aber Gefahr, später eine Gürtelrose zu bekommen. Schützen kann eine Impfung.

Düsseldorf (dpa/tmn) - Rote Knötchen, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, Verkrustungen - und das an 50 bis mehrere 100 Stellen am Körper auf einmal: Das sind die Windpocken. Oft kommen noch Fieber und Abgeschlagenheit hinzu.

Betroffene Kinder sind vier bis sechs Tage lang hochansteckend, erklärt Hermann Josef Kahl, Kinder- und Jugendarzt aus Düsseldorf. "Bis das letzte Bläschen abgetrocknet ist, sollten sie zu Hause bleiben." Eine Ausnahme gilt nur für einen Arztbesuch in dieser Zeit. Eltern, die die Windpocken-Symptome bei ihrem Kind bemerken, sollten allerdings vorher in der Praxis anrufen - denn dann kann dort dafür gesorgt werden, dass sich niemand ansteckt.

Bei Windpocken lassen sich nur die Symptome behandeln. Eine spezielle Tinktur, die auf die betroffenen Stellen getupft wird, lindert den Juckreiz. "Die Kinder sollen nicht kratzen, denn es kommt sehr leicht zur Narbenbildung", warnt Kahl.

Insgesamt sind die Windpocken seltener geworden, sagt Kahl, der auch Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte ( BVKJ) ist. Denn seit dem Jahr 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut, Kinder im Alter zwischen 11 und 14 Monaten gegen Windpocken impfen zu lassen. Mindestens vier Wochen später sollte eine zweite Impfung folgen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Die Impfung sei gut verträglich, sagt Kahl. Es könne wie bei jeder Impfung zwar zu Fieber sowie zu Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle kommen - das sei aber selten.

Wer in seiner Kindheit keine Windpocken hatte und auch nicht geimpft ist, sollte das nachholen, rät Kahl. Wer einmal Windpocken hatte, ist zwar ein Leben lang immun. Jedoch können Viren in den Nervenbahnen des Rückenmarks oder im Gehirn bleiben und wieder aktiv werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist - dann bekommt man eine Gürtelrose.

BVKJ zu Windpocken

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kassenärzte: Krankenhausreform löst Strukturprobleme nicht

Berlin - Die Krankenhausreform, die Bund und Länder ausgehandelt haben, ist gut ein halbes Jahr in Kraft. Doch die Kritik an dem Gesetz von Gesundheitsminister Gröhe …
Kassenärzte: Krankenhausreform löst Strukturprobleme nicht

So viele Stunden schlafen die Deutschen

Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Einige Fakten zum Schlafverhalten der Deutschen:
So viele Stunden schlafen die Deutschen

Hinweise für Depression bei Männern

Nicht nur Lustlosigkeit und negative Stimmungen können Andeutungen für eine Depression sein. Beim Männern kann auch ein starker Alkohol- und Drogenkonsum auf eine …
Hinweise für Depression bei Männern

Trainieren auf dem Rad: Tipps für Einsteiger

Wer bei körperlicher Belastung schnell Probleme mit den Gelenken bekommt, muss auf Bewegung nicht verzichten. Radfahren etwa ermöglicht einen behutsamen Einstieg in den …
Trainieren auf dem Rad: Tipps für Einsteiger

Kommentare