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Eine hohe Kalorienzufuhr vor allem während der Schwangerschaft durch die Aufnahme von Milch und Milchprodukten kann das Wachstum des Kindes beschleunigen.

Herz-Kreislauf- & Krebserkrankungen

Körpergröße beeinflusst Risiko für Krankheiten

Zwischen Körpergröße und bedeutsamen Volkskrankheiten gibt es einen Zusammenhang. Das fanden das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) und die Harvard School of Public Health heraus. 

Groß gewachsene Menschen haben demnach ein erniedrigtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Dafür besteht aber bei dieser Personengruppe ein höheres Risiko für Krebs.

Ursache liegt wahrscheinlich in der Ernährung

Kalorienreiche Ernährung sorgt für ein schnelleres Wachstum. Demnach liegen weltweit zunehmende, schnelle Wachstumsphasen und die damit verbundenen Erkrankungen möglicherweise an einem hohen Anteil an einer hohen Kalorienzufuhr vor allem während der Schwangerschaft durch die Aufnahme von Milch und Milchprodukten. Laut DZB steht das schnelle Wachstum in Zusammenhang mit bestimmten Erkrankungen.

Körpergröße weitgehend genetisch festgelegt

Hauptsächlich entscheidet das genetische Erbgut, wie groß ein Mensch wird. Dennoch wurde in den vergangenen Jahrzehnten weltweit eine stete Zunahme bei Kindern und Erwachsenen beobachtet. Kinder sind im Erwachsenenalter fast immer größer als ihre Eltern.

Größte Zunahme der Körpergröße in den Niederlanden

Holländische Männer sind mittlerweile 20 Zentimeter größer als noch vor 150 Jahren. Zudem lässt sich in den Niederlanden auch der höchste Pro-Kopf-Konsum von Milch und Milchprodukten weltweit verzeichnen. Diese Beobachtungen nahmen die Wissenschaftler des DZD in Zusammenarbeit mit der Harvard School of Public Health und der Medical School in Boston zum Anlass, die Ursachen dieser Zunahme im Größenwachstum zu analysieren.

Körpergröße beeinflusst Erkrankungsrisiko

Die Untersuchung zeigt, dass die Körpergröße einen hohen Einfluss auf die Sterblichkeitsrate bestimmter Volkskrankheiten hat - unabhängig von Körperfettmasse und anderen modulierenden Faktoren. Bisherige Studien belegen: Große im Vergleich zu kleinen Menschen weisen ein erniedrigtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes auf. Dagegen bestehe für große Menschen ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. „Epidemiologische Daten zeigen, dass pro 6,5 cm Körpergröße das Risiko für kardiovaskuläre Sterblichkeit um 6 Prozent sinkt, dafür aber die Krebsmortalität um 4 Prozent steigt“, erläutert Prof. Norbert Stefan und von der Medizinischen Klinik IV in Tübingen.

Mehrere Ursachen werden vermutet

Eine zunehmende Körpergröße, so die Vermutung, sei Ausdruck eines Überangebots von sehr kalorienreicher Nahrung mit einem hohen Anteil an tierischem Eiweiß in verschiedenen Stadien des Wachstums. Demnach findet schon im Mutterleib eine lebenslange Programmierung statt. Diese habe zur Folge, dass der Körper empfindlicher  für die Wirkung des Insulins wird. Außerdem werde der Fettstoffwechsel günstig beeinflusst. „Entsprechend zeigen unsere neuen Daten, dass große Menschen insulinempfindlicher sind und einen geringeren Fettgehalt in der Leber haben, was ihr niedriges Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes mit erklären kann“, schlussfolgert Prof. Stefan. Der Nachteil: Ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten, vor allem Brustkrebs, Dickdarmkrebs und schwarzer Hautkrebs. Denn durch die empfindlichere Reaktion auf Insulin werde auch das Zellwachstum dauerhaft gefördert. Es resultieren also positive Auswirkung für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes, aber negative Auswirkungen für die Entstehung von Krebs.

Körpergröße bei Prävention berücksichtigen

Der Faktor Größenwachstum und Körpergröße sollte laut der Studie also mehr als bislang bei der Prävention der genannten Krankheiten einbezogen werden. Ärzte zu sensibilisieren, dass große Menschen, obwohl sie weniger häufig mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes auffallen, ein erhöhtes Risiko für Krebskrankheiten haben, sei in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Schließlich käme der Ernährung, vor allem in der Schwangerschaft und im Kindes- und Jugendalter, eine bislang unterschätzte Bedeutung zu, so das DZB.

sca / DZB

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